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Arzttermin: Laut DFSI-Qualitätsrating 2019/2020 sind sechs Versicherungsgesellschaften „sehr Gut“. 23 PKV-Anbieter erhielten die Gesamtnote „Gut“ und vier ein „Befriedigend“. | © Ligamenta Wirbelsäulenzentrum / <a href='http://www.pixelio.de/' target='_blank'>pixelio.de</a>

Private Krankenversicherung

Das sind die 6 besten PKV-Anbieter

Für die Private Krankenversicherung (PKV) entschieden sich zuletzt rund 8,7 Millionen Deutsche, die sich zwischen privater und gesetzlicher Absicherung entscheiden können. Doch auch alle Kassenpatienten können mit privaten Zusatzversicherungen ihr Schutzniveau punktuell erhöhen – zum Beispiel beim Zahnarzt oder bei stationären Behandlungen im Krankenhaus.

Sebastian Ewy, DFSI Ratings

Vor ihrem Vertragsabschluss sollten sich Verbraucher aber eingehend über den infrage kommenden Krankenversicherer informieren, raten die Experten vom Deutschen Finanz-Service Institut (DFSI) in Köln. Denn die Unterschiede zwischen den einzelnen Gesellschaften seien groß: „Während einige grundsolide dastehen, kämpfen andere mit finanziellen Schwierigkeiten.“

Denn auch die PKV-Branche ist von der andauernden Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank betroffen: Die Anbieter legen einen Teil ihrer Kundengelder von insgesamt rund 270 Milliarden Euro am Kapitalmarkt an. Doch viele Anlagen werfen nicht mehr die prognostizierten Renditen ab. In der Folge müssen die Versicherten höhere Beiträge zahlen.

Kostensteigerungen in der PKV

„Es gibt daneben noch zwei weitere Faktoren, die zu Kostensteigerungen in der PKV führen: die stetig steigende Lebenserwartung und teure Innovationen im Gesundheitswesen“, erklärt Sebastian Ewy, Analyst bei DFSI Ratings. „ Dies führt unterm Strich dazu, dass die Kosten im Medizinsektor seit Jahren schneller steigen als die allgemeine Inflation.“

„Alle, die sich erstmals in der PKV absichern oder ihren privaten Krankenversicherer wechseln wollen, sollten sich daher ausführlich über Qualität und Substanzkraft der einzelnen Privaten Krankenversicherer informieren. Denn die Kosten der Versicherungen – und damit die zu zahlenden Beiträge – hängen entscheidend von der Substanzkraft des Anbieters ab.“

Diese Kennzahl gibt laut Ewy Aufschluss darüber, ob ein Versicherer auch künftig stabile oder moderat steigende Beitragssätze berechnet. Daher hat DFSI Ratings die Substanzkraft in seine Qualitätsratings aller 33 in Deutschland aktiven privaten Krankenvollversicherer aufgenommen. Der entsprechende Wert unterscheide sich je nach Versicherer stark.

Eingegangene Pflichten erfüllen?

Die Folgen für die Kunden können gravierend sein: „Eine Private Krankenversicherung läuft oft über Jahrzehnte“, begründet Ewy. „Da sollte man schon beim Abschluss unbedingt überprüfen, ob der Versicherer auch in 20, 30 oder 40 Jahren die eingegangenen Verpflichtungen mit hoher Wahrscheinlichkeit erfüllen kann – ohne den Beitrag überdurchschnittlich zu erhöhen.“

Einen wichtigen Hinweis darauf liefere die Substanzkraftquote. Errechnet wird sie für das DFSI-Qualitätsrating aus Kennzahlen wie Eigenkapital, Rückstellungen für Beitragsrückerstattungen (RfB), Stillen Reserven und Lasten sowie der Summe der Alterungsrückstellungen. Einen Abzug gibt es, wenn die von den Aufsichtsbehörden geforderte Solvency-II-Quote unterschritten wird.

Die besten Krankenversicherer im DFSI-Qualitätsrating 2019/2020:

PKV-
Anbieter

Unternehmens-
qualität

Substanz-
kraft

Produkt-
qualität

Service-
qualität

Allianz

Sehr Gut

Gut

Exzellent

Exzellent

Signal Iduna

Sehr Gut

Sehr Gut

Exzellent

Gut

Barmenia

Sehr Gut

Gut

Exzellent

Exzellent

Hansemerkur

Sehr Gut

Sehr Gut

Gut

Sehr Gut

Arag

Sehr Gut

Sehr Gut

Sehr Gut

Gut

DKV

Sehr Gut

Gut

Exzellent

Exzellent

Signal Iduna, Barmenia: Krankenversicherung auf Gegenseitigkeit;
sonst jeweils: Krankenversicherungs-Aktiengesellschaft

In der aktuellen DFSI-Studie werden Substanzkraft und Produktqualität jeweils mit 40 Prozent gewichtet. Der Bereich Service fließt mit 20 Prozent in das Qualitätsrating ein. Aktuell erhalten sechs Versicherungsgesellschaften die Gesamtnote „Sehr Gut“, 23 PKV-Anbieter ein „Gut“ und vier ein „Befriedigend“. Quelle: DFSI Qualitätsrating: 2019/2020  

Zudem wird untersucht, wie rentabel die Versicherer ihre Kundengelder anlegen. „Dafür betrachten wir die Nettoverzinsung der Kapitalanlagen“, erklärt Ewy. „Denn ein schlechtes Kapitalanlageergebnis kann schnell zu höheren Beiträgen führen.“ Auch das versicherungstechnische Ergebnis, der Marktanteil und sogar die Entwicklung der Versichertenanzahl werden berücksichtigt.

Ein weiteres Kriterium ist die Produktqualität. Hierfür greift das Qualitätsrating auf hauseigene Produkttests privater Vollkostentarife und Kranken-Zusatzpolicen sowie Pflegeversicherungen zurück. Zudem wird die Vielfalt des Produktangebots bewertet. Der Kundenservice ist eine weitere Komponente des Ratings. Hierbei zählten die Bafin-Beschwerdestatistik sowie eigene Service-Tests.

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