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Christoph Bruns, Loys (li.) und Wolfgang Leoni, HQ AM, sind beim Thema quantitatives Investment unterschiedlicher Meinung. | © Piotr Banczerowski; Sal. Oppenheim jr. & Cie. Foto: Piotr Banczerowski; Sal. Oppenheim jr. & Cie.

Pro & Contra

Sind Quants die besseren Fondsmanager?

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Contra: Ohne qualitative Einschätzung geht es nicht!

Die Fondsbranche ist von methodischer Unruhe ergriffen. Nach jahrelangem Niedrigzins, märchenhaften Kursanstiegen bei Internet-, Software- und Bezahldienstaktien sowie großen Volumenzuwächsen bei ETFs werden grundsätzliche Fragen zum Management von Aktienfonds gestellt, darunter auch die Frage nach der Bedeutung quantitativer Analyseansätze. Während aber bei der Auswahl von Anleihen fast ausschließlich quantitativ vorgegangen wird, ist die qualitative Analyse nach wie vor ein wichtiger Bestandteil der Aktienauswahl. Zu erklären ist dieser Unterschied durch die festgelegten Determinanten bei Anleihen (Laufzeit, Kupon, Marktzins).

Christoph Bruns, Vorstandsmitglied bei Loys
Foto: FOTO UND BILDERWERK

Allerdings sollte man nicht vergessen, dass der bekannteste quantitative Fonds Long Term Capital Management (LTCM) im Jahr 1998 implodierte und unter der Aufsicht der US-Notenbank gerettet und aufgelöst werden musste. Der Fall offenbart das Dilemma aller rein quantitativen Ansätze: Die ausschließliche Konzentration auf Quant-Daten entspricht einem Fokus auf die Vergangenheit. Und nur dann, wenn sich aus den Daten der Vergangenheit künftige Entwicklungen hinreichend präzise prognostizieren lassen, sind solche Ansätze vielversprechend.

Denn die Entwicklung der Kapitalmärkte und der Unternehmen läuft keineswegs linear. Strukturbrüche und Disruptionen in Form von Übernahmen, technischem Fortschritt, gesetzlichen Veränderungen und neuen Wettbewerbern prägen die Situation der meisten Aktiengesellschaften. Daher ist es geboten, der Zahlenanalyse qualitative Szenarien zur Seite zu stellen.

Ein probates Beispiel hierfür ist Tesla: Aus der Analyse der Absatz-, Bilanz- und Jahresabschlusszahlen lässt sich beim besten Willen kein Kursziel ableiten, das dem heutigen Aktienkurs des Elektroautobauers auch nur nahekäme. Wird Tesla jedoch mit einer Visionärslampe angestrahlt, lassen sich sehr wohl Szenarien finden, nach denen die Kalifornier ihre Marktkapitalisierung von etwa 170 Milliarden US-Dollar wert sein könnten.

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