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Pro & Contra Sind Quants die besseren Fondsmanager?

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Für das Management von Aktienportfolios ist es von unschätzbarem Wert, möglichst viel über die Vergangenheit der Unternehmen zu wissen. Diese notwendige Bedingung reicht aber nicht aus, um erfolgreich Aktien auszuwählen. Vielmehr spielen plausible qualitative Deutungen der Zukunft eine wichtige Rolle. Wer etwa über die Tesla-Aktie ein profundes Urteil fällen möchte, der wird sich mit technologischen Fragen ebenso auseinandersetzen müssen wie mit staatlichen Förderbedingungen und zeitgeistigen Trends wie der Fridays-for-Future-Bewegung.

Kurzum: Quantitative Daten und qualitative Einschätzungen gehen in jedem holistischen Aktienportfoliomanagement eine Allianz ein. Wer das eine vernachlässigt, wird nicht durch das andere gerettet werden können und betreibt reine Spekulation.

Pro: Quants analysieren umfassender!

Was steht auf dem Grabstein eines Quants? Damit hat er nicht gerechnet. Witze über uns Quants gibt es genauso viele wie Irrtümer darüber, was quantitatives Asset Management tatsächlich ausmacht. Manche glauben, dass unser Fondsmanagement mit passivem Portfoliomanagement gleichzusetzen ist. Andere denken, dass es einen Unterschied zwischen quantitativem und fundamentalem Fondsmanagement gibt.

Wolfgang Leoni, Geschäftsführer von HQ Asset Management
Foto: Sal.Oppenheim/Gaby Sommer

Beide Annahmen sind falsch: Quantitatives und aktives Portfoliomanagement schließen sich keineswegs aus, und die sogenannten Quants orientieren sich genau wie klassische Fondsmanager an fundamentalen und technischen Kennzahlen, wie Gewinnwachstum oder Momentum. Es ist also nicht die Art der verwendeten Information, die uns unterscheidet, sondern die Art der Informationsbeschaffung und -verarbeitung sowie die Portfoliokonstruktion.

Vor 30 Jahren hat die Informationsbeschaffung tatsächlich noch einen Großteil der Zeit eines Fondsmanagers in Anspruch genommen: Unternehmensbesuche und Analystenkonferenzen waren wichtige Informationsquellen. Spätestens seit der Einführung der Ad-hoc-Publizität hat sich der Mehrwert deutlich verringert, ein Informationsvorsprung ist praktisch ausgeschlossen.

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