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Pro und Contra Welche Chancen bieten noch Mittelstandsanleihen?

Hans-Jürgen Friedrich (l.) ist Vorstand der KFM Deutsche Mittelstand. Ralf Meinerzag ist Anlagechef des Steubing German Mittelstand Fund.

Hans-Jürgen Friedrich (l.) ist Vorstand der KFM Deutsche Mittelstand. Ralf Meinerzag ist Anlagechef des Steubing German Mittelstand Fund.

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Der Börsenhandel mit Mittelstandsanleihen hat bereits vor den aktuellen Meldungen über die  Krise bei dem Wismarer Brennstoffhersteller German Pellets deutlich an Schwung verloren: Als erstes Segment für Anleihen mittelständischer Unternehmen startete 2010 „Bondm“ der Börse Stuttgart ().

Vor fünf Jahren war es für viele Mittelständler schwierig, von Banken notwendige Kredite zu erhalten. Inzwischen aber habe sich die Situation verändert, kommentiert ein Sprecher der Börse Stuttgart gegenüber DAS INVESTMENT.com. In der aktuellen Marktlage sei es für Unternehmen weniger attraktiv, eine Anleihe zu begeben.

Die Folge der stark zurückgehenden Zahl der Emissionen: Der Markt für Anleihen mittelständischer Unternehmen ist wie ausgetrocknet. Dennoch bleibe das Handelssegment Bondm weiter bestehen. Das stehe auch mit Blick auf die Transparenz für Anleger außer Frage.

Euphorie und Enttäuschung geht quer durch die Republik

Nicht nur in der baden-württembergischen Landeshauptstadt, sondern auch in Düsseldorf, Frankfurt und München, wurden Mittelstandsanleihen in eigens dafür geschaffenen Segmenten der dortigen Börsen gehandelt. Was quer durch die Republik mit großen Hoffnungen in die Solidität versprechenden Geldanlagen begann, „entwickelte sich schnell zum echten Albtraum für Anleger“, kommentiert Klaus Nieding. Aktuell zum Beispiel werde die Insolvenz bei der Wismarer German Pellets GmbH „immer undurchsichtiger“.

Nieding ist Vizepräsident der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW), die bereits nach den ersten Eintrübungen der Euphorie für das neue Segment am Rentenmarkt ihre „Checkliste für den Privatinvestor bei Mittelstandsanleihen“ herausgegeben hat. Denn: „Die grundsätzliche Stärke der mittelständisch geprägten Unternehmen muss nicht zugleich bedeuten, dass ein Investment in Unternehmen des Mittelstands über den Weg einer Anleihe sich auch als sichere und damit vor allen Dingen erfolgreiche Anlageformen entwickelt.“

Die DSW argumentiert, dass sich ein solide aufgestellter Mittelständler in der Regel günstiger als mit den hoch verzinsten Anleihen finanzieren könne. „Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass vor allem solche Unternehmen bereit sind, Mittelstandsanleihen zu emittieren, die sich bereits in einer schwierigen wirtschaftlichen Situation befinden.“ Auf der anderen Seite gelte: „Trotzdem sind die Papiere aufgrund der hohen Verzinsung gerade für Privatinvestoren interessant, die in der aktuellen Niedrigzinsphase nach attraktiven Anlagealternativen suchen.“