Produkttipp Thomas Wüst empfiehlt „internationalen Value-Fonds in Reinform“

Sony Center am Potsdamer Platz in Berlin: Die Aktie des japanischen Technikkonzerns ist der größte Einzeltitel des Quantex Global Value Fund (ISIN: LI0274481113), dessen Fondsvolumen aktuell zu rund einem Viertel in Japan investiert ist. | © Getty Images

Sony Center am Potsdamer Platz in Berlin: Die Aktie des japanischen Technikkonzerns ist der größte Einzeltitel des Quantex Global Value Fund (ISIN: LI0274481113), dessen Fondsvolumen aktuell zu rund einem Viertel in Japan investiert ist. Foto: Getty Images

„Zahlen sind wichtiger als Meinung“ – dieser Leitsatz bringt die Philosophie des Fondsmanagers Peter Frech ganz gut auf den Punkt. Denn er managt den Quantex Global Value Fund, einen international ausgerichteten Aktienfonds, losgelöst von einer Benchmark rein nach Value-Prinzipien. So werden ausschließlich Unternehmen selektiert, deren Aktienkurs eine Sicherheitsmarge zum geschätzten fairen Wert aufweist. Eine solche Sicherheitsmarge stellt sich üblicherweise bei niedrigen Erwartungen der Marktteilnehmer im Hinblick auf die Perspektiven eines Unternehmens ein.

Die Analyse, inwieweit diese Einschätzung gerechtfertigt ist oder nicht, erfordert einen disziplinierten Anlageprozess, in dem unter anderem auch ein Qualitätscheck im Hinblick auf die Bilanzstruktur und die Nachhaltigkeit des freien Cashflows fest verankert ist. So sucht man hoch verschuldete Unternehmen aus zyklischen Branchen in dem Fondsportfolio vergebens, selbst wenn Aktien daraus eine günstige Bewertung aufweisen.

Defensive Branchen übergewichtet

Thomas Wüst, Valorvest Vermögensverwaltung

Defensive Branchen, wie Gesundheit und Haushaltsgüter, wurden zu Jahresbeginn dagegen übergewichtet. In der Länderallokation wurden US-Aktien stark untergewichtet, während beispielsweise Aktien aus Polen oder Korea wiederum deutlich übergewichtet wurden. Das aktive Management macht sich nicht nur in der starken Abweichung in der Länderallokation im Vergleich zum MSCI World Index bemerkbar, sondern auch in einem Fondsportfolio, das sich auf 30 bis 40 zunächst gleichgewichtete Einzeltitel konzentriert, die folgerichtig Bottom-up ausgewählt werden.

Prozessual verfolgt das Fondsmanagement zudem einen antizyklischen Ansatz, in dem die Gewichtung einmal selektierter Titel über ein Rebalancing-Verfahren fortlaufend angepasst wird. Gemäß dem Motto, dass Outperformance nur erzielt werden kann, indem man anders als die Masse handelt, ist zudem bereits auf der Ebene der Titelauswahl eine antizyklische Komponente fest verankert.

Grafik: DAS INVESTMENT

Anleger sollten sich jedoch darüber im Klaren sein, dass der Fonds nicht nach Makro-Überlegungen gemanagt wird und das Fondsportfolio eine geringere Risikostreuung auf Einzelunternehmen als der MSCI World mit seinen über 1.600 Unternehmen aufweist. Der global ausgerichtete Aktienfonds eignet sich daher für langfristig-orientierte Investoren, die einen Fonds mit einem Investmentansatz suchen, der konsequent auf Value-Prinzipien ausgerichtet ist und mit seinem konzentrierten Portfolio keineswegs mit einer Benchmark kuschelt.