Gerd Billen, vzbv

Gerd Billen, vzbv

Provisionsoffenlegung: Angriff der Verbraucherzentralen auf Banken

Mit der „Initiative Finanzmarktwächter“ wollen die Verbraucherzentralen in den kommenden Monaten auf Missstände im Finanzmarkt aufmerksam machen. Im Fokus stehen unfaire Vertriebsmethoden, ineffiziente Produkte oder Störungen im Wettbewerb. Die Initiative soll zeigen, dass eine systematische verbraucherorientierte Marktbeobachtung notwendig ist.

„Die Probleme im Finanzmarkt sind massiv. Wir wollen unsere Kräfte bündeln, um schlagkräftiger zu sein", erklärt Gerd Billen, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv).

Mit Musterbrief zur Provisionsauskunft

Zunächst stehen dabei die Provisionen der Bankberater im Fokus. Mit einem Musterbrief, der hier heruntergeladen werden kann, sollen Kunden von ihrer Bank verlangen, der gesetzlichen Pflicht zur Offenlegung nachzukommen.

Anleger werden zudem aufgerufen, ihre Bank um eine detaillierte Auflistung aller Provisionen und Rückvergütungen zu bitten, die sie im Rahmen eines konkreten Auftrages in der Vergangenheit erhalten haben. Die Antworten werden im Rahmen der Initiative Finanzmarktwächter ausgewertet.

Musterklage könnte folgen

Die Verbraucherzentralen prüfen zudem eine Musterklage, um neben der Offenlegung von Provisionen auch deren Rückzahlung an die Verbraucher zu erzwingen. Weitere Aktionen sollen Dispozinsen, die Beratungsprotokolle und mögliche Kündigungsgründe für Altersvorsorgeprodukte betreffen.

Hinter der Aktion steht nicht zuletzt, dass sich die Verbraucherzentralen als „wichtiger Sensor für Mängel und Missstände im Finanzmarkt“ begreifen. „Diese Funktion gilt es durch zusätzliche Ressourcen auszubauen und die Prozesse zu institutionalisieren“, heißt es in einer Mitteilung des vzbv. Die Aktion soll bis Jahresende andauern und wird vom vzbv und allen 16 Verbraucherzentralen der Länder getragen.

Mehr zum Thema
Ilse Aigner wirbt um Mittel für Deutsche Stiftung Verbraucherschutz Verbraucherschützer kritisieren Standard der Beratungsprotokolle Verbraucherzentralen bemängeln Produktinformation der Banken