Putins schlechtes Investment

Gold-Flaute kostet Russland 15 Milliarden Dollar

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Russland setzt auf Edelmetall: Seit 2007 hat das Land seine Goldbestände verdreifacht. Gold sei „zu 100 Prozent frei von rechtlichen und politischen Risiken“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der russischen Zentralbank Dmitriy Tulin im Mai gegenüber Reuters. Daher habe das Land sein Engagement in diesem Bereich stark ausgeweitet.

Präsident Putin möchte sein Land unabhängig halten: Für ihn kommen weder US-Dollar noch der nicht frei konvertierbare chinesische Renminbi - noch seit der Ukrainekrise mehr Euro - als Anlagemöglichkeit in Betracht. Möglicherweise möchte sich das Land auch gegen verschärfte Sanktionen durch die westlichen Länder absichern, vermutet Reuters.

Schon seit geraumer Zeit investiert das euro-asiatische Land in die Alternativanlage Gold. Vor acht Jahren waren es noch 400 Tonnen, die Russland bis heute auf 1275 Tonnen aufgestockt hat. Damit verfügt Russland nach den USA, Deutschland, Italien, Frankreich und China über die sechstgrößten Goldreserven weltweit.

Das könnte dem Land nun zum Verhängnis werden: Der Goldpreis befindet sich im Moment auf Talfahrt. Der Preis für eine Feinunze fiel in der vergangenen Woche unter 1100 US-Dollar und damit so tief wie seit 2010 nicht mehr. Der Bärenmarkt könnte auch noch ein Weilchen anhalten. Das vermutet zum Beispiel der Investment-Experte Max Otte.

Auch der russische Staatsschatz ist betroffen. Die russischen Goldvorräte sind aktuell noch rund 45 Milliarden Dollar wert. Russland hat mit seinen umfangreichen Aufkäufen einen massiven Verlust erlitten: Obwohl es seine Goldreserven seit dem Gold-Peak 2011 um 439 Tonnen aufgestockt hat, wie die „Welt“ berichtet, ist der Wert des Goldschatzes heute auf demselben Niveau wie im Sommer vor vier Jahren. Damit hat das Land mit seinen Aufkäufen einen Verlust von 15 Milliarden US-Dollar eingefahren.

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