PwC-Experte über die Steuerpläne des Finanzministeriums

Profi-Anleger würden in ausländische Fonds flüchten

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Das Bundesfinanzministerium will die Fondsbesteuerung vereinfachen und an das Europarecht anpassen. Dafür planen die Politiker unter anderem, die Besteuerung, die bislang auf der Anlegerebene liegt, auf die Fondsebene zu verlagern. 

Auch die Befreiung der Publikumsfonds von der Körperschaftssteuer soll abgeschafft werden. Werden die derzeit diskutierten Pläne umgesetzt, müssen künftig Fondsgesellschaften 15 Prozent Körperschaftssteuer plus 0,825 Prozent Solidaritätszuschlag auf Dividenden und Immobilien-Gewinne in Deutschland zahlen. Die Anrechnung ausländischer Quellensteuer auf Erträge aus deutschen Fonds würde bei einer Besteuerung auf Fondsebene ebenfalls entfallen. Der Sparerpauschbetrag, unterhalb dessen keine Angaben fällig werden, würde ebenfalls keine Rolle mehr spielen.

Auch professionelle Anleger müssen mit höheren Abgaben rechnen. Denn hier will das Finanzministerium alle bislang geltenden Steuererleichterungen streichen.

„Eine Reform der Investmentbesteuerung, wie sie das Bundesfinanzministerium bislang skizziert hat, würde ETF für institutionelle Anleger unattraktiver machen", zitiert die Börsen-Zeitung Markus Hammer, Partner und Leiter des Bereichs Asset Management beim Wirtschaftsprüfer PwC. Außerdem könnten Profi-Anleger in Versuchung geraten, die Investments an ausländische Töchter zu verlagern, befürchtet Hammer. Investoren mit einem umfassenden Vermögen könnten die Fonds zudem durch Direktmandate ersetzen. 

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