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Suchen in fallenden Märkten die besten Investmentmöglichkeiten: Pras Jeyanandhan (l.), Co-Manager des Oyster European Opportunities, und Juliana Auger, Investment Specialist bei Syz Asset Management | © Syz Asset Management

Qualitätsunternehmen zu Niedrigpreisen

„Europäische Aktien werden übertrieben abgestraft“

Europäische Aktien notieren aufgrund von Wachstumsängsten und rekordhohen Kapitalabflüssen aus Fonds mit den tiefsten Bewertungen seit fünf Jahren. Dabei gibt es in Europa viele weltweit führende Unternehmen, deren Aktien sich lohnen. Die Marktunsicherheit bietet eine Chance, jetzt Aktien von Unternehmen zu erwerben, die von den Marktteilnehmern abgestraft wurden, obwohl sie auch weiterhin zu den Besten zählen.

Anleger flüchten aus europäischen Aktien

Im letzten Jahr fielen europäische Aktien bei den Anlegern in Ungnade. In der längsten Phase kontinuierlicher Kapitalabflüsse seit einem Jahrzehnt flossen 2018 unter dem Strich 44 Milliarden Euro aus aktiven europäischen Aktienfonds ab. Weitere 14 Milliarden Euro wurden in den ersten zwei Monaten dieses Jahres aus dieser Anlageklasse abgezogen (Quelle: Broadridge, für Fonds mit Domizil in Europa).

Übertriebene Wachstumsängste

Einer der Gründe für diese Skepsis gegenüber europäischen Aktien waren enttäuschende Wirtschaftsmeldungen, mit denen Marktteilnehmer das ganze letzte Jahr bombardiert wurden. Hinzu kommt die Verschlechterung des makroökonomischen Bildes, die in letzter Zeit besonders deutlich zutage trat. Neben Sorgen über die allgemeine weltweite Konjunkturabschwächung und den Handelskrieg zwischen den USA und China waren Anleger zudem mit regionsspezifischen Problemen konfrontiert: den „Gelbwesten“-Protesten in Frankreich und der politischen Unsicherheit in Großbritannien und Italien.

Die treibenden Kräfte der Binnennachfrage sprechen unserer Meinung nach jedoch nach wie vor dafür, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in der Eurozone im Jahr 2019 um rund 1,5 Prozent wachsen wird. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit auf den niedrigsten Stand seit sechs Jahren, steigende Realeinkommen, das positive Konsumentenvertrauen und die sehr akkommodierenden Finanzierungsbedingungen deuten alle auf eine Stabilisierung hin. Und auch die jüngsten Zahlen zum Einkaufsmanagerindex und zum Konsumentenvertrauen (März 2019) zeigen eine Erholung von den Tiefstwerten von Ende 2018. Das Wachstum mag sich verlangsamt haben, doch es ist nicht eingebrochen.

Historisch niedrige Bewertungen

Für Anleger bieten sich nun einzigartige Einstiegsmöglichkeiten. Denn infolge des Marktrückgangs im Jahr 2018 haben Anleger auch jetzt noch die Möglichkeit, europäische Aktien zu historisch niedrigen Bewertungen zu kaufen. Gemessen an Kennzahlen wie dem Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) sind die Bewertungen europäischer Aktien im Vergleich zu US-Aktien besonders attraktiv. Derzeit notieren US-Aktien mit einer KBV-Differenz von 1,3 gegenüber europäischen Aktien (3,0 gegenüber 1,7).

Werthaltigkeit bei Substanzwerten

Wenn wir unsere europäischen Aktienstrategien unter die Lupe nehmen, stellen wir fest: Zwar sind die Kurs-Gewinn-Verhältnisse (KGV) der Portfolios deutlich gesunken; die Ertragskraft der Unternehmen in den Portfolios ist jedoch mindestens genauso stark gewachsen wie die Ertragskraft der Benchmark der Portfolios, dem Stoxx Europe 600 Index. Das bedeutet: Die Schätzungen für die Gewinne im nächsten Jahr, die auch die Ergebnisse für das 4. Quartal und das Gesamtjahr 2018 berücksichtigen, sind wieder im Aufwärtstrend – trotz der Besorgnis, dass die Gewinnmargen und andere Fundamentaldaten der Unternehmen unter Druck geraten könnten.

Wir beurteilen die langfristige Verfassung der Unternehmen in unseren Portfolios zuversichtlich und glauben, dass diese Stärke letztendlich auch vom Markt belohnt werden wird. Beim Oyster European Opportunities beginnt sich dies nach einem harten Jahr 2018 im Fonds bemerkbar zu machen: Das KGV des Portfolios hat seit Jahresbeginn stärker zugelegt als der Markt.

Gut gewählt ist halb gewonnen

Wir halten die weltweit negative Stimmung gegenüber europäischen Aktien für übertrieben und sehen darin eine hervorragende konträre Gelegenheit, Aktien qualitativ hochwertiger Unternehmen zu kaufen. Denn die negative Stimmung hat die Bewertungen auf Niveaus gedrückt, bei denen das Risiko-Rendite-Verhältnis für langfristige Anleger eindeutig vorteilhaft ist.

So haben wir vor kurzem beispielsweise Aktien von den Unternehmen ASML und Fresenius Medical Care erworben, die in ihren Branchen globale Marktführer sind. Weitere Akteure von Weltformat, die sich in unseren Portfolios befinden, sind Louis Vuitton Moët Hennessey und Prudential. Des Weiteren setzen wir auf  die Sektoren Technologie und Gesundheit.

Auch konjunktursensiblere Sektoren und Aktien haben wir auf dem Radar. Diese sind zwar unbeliebt; wenn geschickt ausgewählt, können sie in einer Erholung jedoch die höchste Outperformance erzielen. Deshalb fassen wir Marktbereiche wie Energie, Automobile und Technologie-Hardware ins Auge: Ihre Bewertungen deuten darauf hin, dass wir uns in einer leichten Rezession befinden. Die US-Wirtschaft entwickelt sich jedoch gut, die Eurozone wächst weiter (allerdings langsamer als Anfang 2018) und China gibt Konjunkturimpulse.

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