Quant-Experten von Robeco Nachhaltigkeit und passives Investieren sind unvereinbar

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Reiner Negativausschluss passiver Ansätze lässt keine positive ESG-Auswahl zu

Dennoch können passive Manager anbieten, einen breiten Marktindex zu verfolgen, aber jene Aktien auszuschließen, die unter ESG-Kriterien am problematischsten sind. Beliebte Ziele für den Ausschluss sind sogenannte „Sin Stocks“ (zum Beispiel Tabak und Alkohol) oder umstrittene Unternehmen wie Hersteller von Streumunition. Immer öfter werden auch Produzenten von Kraftwerkskohle in Ausschlusslisten aufgenommen.

Die Abweichungen in der Wertentwicklung gegenüber dem Marktindex dürften gering sein, solange die Anzahl der ausgeschlossenen Aktien begrenzt bleibt. Mit einer zunehmenden Zahl an Ausnahmen wird dieser Ansatz aber immer schwieriger zu verwirklichen sein. Zudem ist es eine rein negative Vorauswahl. Es lässt also kein positives Screening nach ESG-Kriterien zu, bei dem das, was man einbezieht, genauso wichtig ist wie das, was man ausschließt.

Einige passive Anleger sind der Überzeugung, dass dieses Problem gelöst werden kann, indem man einem ESG-Index folgt, also einem Index, der nur aus Aktien mit den besten ESG-Profilen besteht. Doch Fakt ist: Obgleich Techniken des passiven Managements verwendet werden können, um die Wertentwicklung eines solchen Index zu replizieren, hat er alle Merkmale eines aktiven Portfolios.

Die Aktivität eines ESG-Index ist auch dadurch höher, dass sich die ESG-Profile von Unternehmen im Laufe der Zeit ändern. Hinzu kommt, dass sich ESG-Kriterien selbst ändern können: Was vor 20 Jahren noch als nachhaltig galt, hält womöglich heutigen Maßstäben nicht mehr stand.

Das Beste aus beiden Welten?

Aber wie wäre es mit einer alternativen Lösung: mit einem aktiven, nachhaltigen Ansatz, der nahe beim passiven Marktindex bleibt? Vereint das womöglich das Beste aus beiden Welten?

Bei Robeco verfügen wir über umfangreiche Erfahrungen mit der effizienten Integration vielfältiger Nachhaltigkeitsanforderungen in Investmentportfolios. Das Ergebnis muss nicht unbedingt ein sehr aktives Portfolio sein.

Denn auch wenn einzelne Aktiengewichte nicht wesentlich vom kapitalisierungsgewichteten Index abweichen dürfen, ist es dennoch möglich, ein Portfolio mit einem starken Nachhaltigkeitsprofil zu erreichen. Ein Beispiel ist der Robeco QI Global Developed Sustainable Enhanced Index Equities Fund, der einen erwarteten Tracking Error von nur einem Prozent hat. Das bedeutet, die Wertentwicklung des Portfolios weicht nur minimal von der Performance ihres Vergleichsindex ab.

Konkret erfolgt die Umsetzung wie folgt: Nachhaltigkeitsinformationen über mögliche Zielunternehmen für Investments werden im Rahmen des Corporate Sustainability Assessments der Schwestergesellschaft RobecoSAM quantitativ erhoben. Diese Daten bilden auch die Basis für den S&P Dow Jones Sustainability Index und messen mehr als 600 ESG-Indikatoren bei über 4.000 globalen Unternehmen. Die hierdurch gewonnenen Nachhaltigkeitsinformationen werden direkt im Selektionsmodell des Fonds berücksichtigt, zusätzlich zu bewährten Anlage-Faktoren wie Value, Qualität, Momentum oder Ertragslage. Dadurch beeinflusst das Nachhaltigkeitsmanagement direkt das Ranking eines Unternehmens.

Hinzu kommt eine Beurteilung, welchen Nachhaltigkeitseffekt eine konkrete Investitionsentscheidung bewirkt. Dafür werden Effizienzdaten der Unternehmen in Bezug auf wesentliche Umweltaspekte ausgewertet: Müll, Emission von Treibhausgasen, Energie- sowie Wasserverbrauch. Für Anleger wird dadurch transparent, um wieviel Prozent ihr Investment effizienter ist als ein Engagement in den breiten Markt. Angestrebt wird eine Verbesserung um 20 Prozent je Kriterium.

Ziel dieser Strategie ist es, höhere Nettorenditen als der MSCI World Index zu erzielen. Dazu wird das Portfolio auf Aktien mit guten Noten für bewährte quantitative Rendite-Faktoren ausgerichtet. Zugleich bewahrt die Strategie die Hauptvorteile des passiven Investierens, indem sie ein stark diversifiziertes Portfolio zu niedrigen Kosten anbietet.

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