Die Grünes Geld Vermögensmanagement hat mit der Service-KVG Hansainvest den GG Quantum (ISIN: DE000A41EDL2) aufgelegt – den ersten aktiv verwalteten Quantentechnologie-Fonds in Deutschland. Handelsstart war der 15. Januar 2026.
Hinter dem Produkt stehen Gerd und Carmen Junker, Gründer des Aschaffenburger Unternehmens. Der Fonds investiert in das gesamte Quanten-Ökosystem: Quantencomputing, Quantenkommunikation und Quantensensorik. Im Interview erklärt Gerd Junker, warum er auf aktives Management setzt, warum jetzt der richtige Zeitpunkt für den Fonds ist und wie viel Geduld Anleger mitbringen sollten.
DAS INVESTMENT: Herr Junker, Sie bezeichnen 2025 als Schlüsseljahr für Quantentechnologie. Dabei heißt es schon seit Jahren, der Durchbruch stehe kurz bevor. Was ist diesmal anders?
Gerd Junker: Es ist substanziell anders. Die Anzahl der Qubits, vergleichbar mit den Bits im herkömmlichen Rechner, ist deutlich gestiegen. Und wir haben konkrete Anwendungen wie den Quantenchip Willow von Google. Der arbeitet 13.000-mal schneller als herkömmliche Rechner. Das sind handfeste Beweise, dass Quantencomputer funktionieren. So etwas haben wir über Jahrzehnte nicht gesehen.
Es gibt bereits mehrere Quanten-ETFs, wie zum Beispiel den Vaneck Quantum Computing. Warum braucht es einen aktiv verwalteten Fonds?
Junker: In einem Frühphasenmarkt geht es darum, die richtigen Unternehmen zu identifizieren. Genau da können ETFs keinen Mehrwert liefern. Wenn aktives Management irgendwo Sinn ergibt, dann in solchen Frühphasenmärkten.
Zudem ist der GG Quantum das erste Produkt, das neben Quantencomputing auch die wichtigen Bereiche Quantenkommunikation und Sensorik abbildet. Das ist ein Sicherheitsaspekt, wenn es im Bereich Quantum Computing schwierige Börsenphasen gibt.
Wie setzt sich der GG Quantum zusammen?
Junker: Der Großteil des Geldes fließt in Großunternehmen wie IBM, Google oder Microsoft. Die Konglomerate machen über 50 Prozent des Fonds aus. Spezialisierte Quantenfirmen wie IonQ oder Rigetti liegen entsprechend unter 50 Prozent, werden über die Jahre aber wohl einen immer größeren Anteil ausmachen.
Nach welchen Kriterien wählen Sie aus?
Junker: Wir definieren zunächst ein Anlageuniversum von rund 150 Unternehmen, die für den Quantenbereich wichtig sind. Diese bewerten wir mit einem Bottom-up-Ansatz. Bei den großen Unternehmen gewichten wir auch klassische Kennziffern, aber es muss immer ein Gesamtbild entstehen. Eine Momentumstrategie liegt ebenfalls dahinter.
Quantinuum wurde 2025 mit 10 Milliarden Dollar bewertet, PsiQuantum hat über eine Milliarde eingesammelt – beide ohne Gewinn. Droht eine Bewertungsblase?
Junker: Nein, denn in dieser Phase darf ich mit klassischen Bewertungskriterien nicht rangehen. Sonst bekommen diese Unternehmen null Euro und es entsteht nie etwas.
Google ist damals mit fast null Gewinn an die Börse gegangen. Die ersten Milliarden hat Google ohne klares Geschäftsmodell eingesammelt. Hier haben wir zumindest die Geschäftsmodelle. Wenn die Gewinne kommen, sehen wir, was heute bei Apple oder Google entsteht.
Deutschland investiert wenig in Quantentechnologie verglichen mit China oder den USA. Sie müssen also vor allem in US-amerikanische und asiatische Unternehmen investieren. Bereitet Ihnen das geopolitisch betrachtet Sorgen?
Junker: Als Fondsmanager ist mir erst mal egal, wo die Unternehmen sitzen. Wenn die USA den Markt dominieren, investiere ich dort. Klar, wenn wir wie bei russischen Aktien plötzlich nicht mehr handeln könnten, wäre das ein Problem. Aber dann hätten fast alle Fonds und ETFs ein Problem.
Bei der deutschen Forschung sehe ich uns noch gut dabei. Vor ein paar Wochen waren wir in Würzburg bei der Langen Nacht der Quantenphysik. Da wird Materialforschung auf Quantenebene betrieben. Schwer tun wir uns, wenn es darum geht, Forschungsergebnisse in Produkte umzusetzen und hochzuskalieren.
Cloud-Dienste wie AWS Braket oder Azure Quantum machen Quantencomputer für jeden zugänglich. Ist das ein Risiko für Hardware-Hersteller?
Junker: Über die Zeit wahrscheinlich schon. Aber es wird darauf ankommen, wer den besten Quantencomputer hat. Wenn es zehn Anbieter über die Cloud gibt und ich den besten habe, habe ich eine andere Marktmacht als der mit dem schlechtesten Angebot. Heute ist das noch nicht absehbar, weil sich die Geschäftsmodelle erst entwickeln. Wir sind in einer ganz rudimentären Phase.
Kommen wir wieder konkret zum GG Quantum: Welche Rendite ist realistisch – und mit welchen Rückschlägen müssen Anleger rechnen?
Junker: Die Hoffnung ist, dass wir über fünf bis acht Jahre den MSCI World deutlich schlagen. In schlechten Börsenjahren werden kleinere Unternehmen eher schlechter abschneiden. Bleiben die Börsenjahre gut, dürften Tech-Unternehmen einen Vorsprung erwirtschaften. Auf eine konkrete Zahl festlegen kann ich mich nicht.
Sie vergleichen die Quantentechnologie mit dem Internet der 90er-Jahre und empfehlen zehn Jahre Geduld. Wie verkaufen Berater das ihren Kunden?
Junker: Der Berater muss selbst überzeugt sein, dass es ein langfristiges Investment ist. Damit wird er die meisten Kunden halten können. Ein paar werden abspringen, das ist bei Aktienanlagen immer so. Aber es gibt auch Kunden, die felsenfest an das Thema glauben.
Sparpläne sind da ein Königsweg. Wenn ein Kunde 20.000 Euro anlegen will, kann man 10.000 als Einmalanlage nehmen und die anderen über drei bis fünf Jahre einfließen lassen. So mittelt er seinen Kurs. Und wenn es mal runtergeht, wäre das der Zeitpunkt nachzulegen – auch wenn das psychologisch schwer ist.
Der GG Quantum ist seit 15. Januar handelbar. Wo können Anleger den Fonds kaufen - und gibt es eine Mindestanlagesumme?
Junker: Von der Kapitalverwaltungsgesellschaft gibt es keine Mindestanlagesumme. Die einzelnen Banken und Plattformen setzen aber oft eigene Mindestbeträge. In der Praxis dürften 500 Euro immer gehen, ein 25-Euro-Sparplan ebenso. Der Anspruch ist, auf allen großen Plattformen verfügbar zu sein.
Wer tiefer einsteigen will, findet auf unserer Webseite ein ausführliches Whitepaper.
Über Gerd Junker von Grünes Geld
Gerd Junker ist Diplom-Ingenieur für Datentechnik, Elektrotechnik und Wirtschaftsingenieurwesen sowie Finanzfachwirt. Nach vier Jahren in der Geschäftsleitung einer mittelständischen Aktiengesellschaft gründete er 2007 gemeinsam mit seiner Frau Carmen in Aschaffenburg die Grünes Geld GmbH.
Als Fund Advisor verantwortet er bereits den GG Wasserstoff Fonds (ISIN: DE000A2QDR59), der im Dezember 2020 als erster auf Wasserstoff spezialisierter offener Investmentfonds in Deutschland aufgelegt wurde.

