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Quartalsausblick Robeco Neuemission von US-Staatanleihen belastet Nachfrage bei Unternehmensanleihen

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Günstigere Bewertungen am europäischen Markt

Auch wenn Unternehmensanleihen aus Europa nicht billig sind, lassen sich einige bemerkenswerte Vergleiche ziehen. Teilt man das durchschnittliche Niveau der Spreads von Investment Grade-Unternehmensanleihen aus den USA durch die in Europa vorherrschenden Spreads, ist die Relation seit Jahresanfang von 1,7 auf 1,0 gefallen. Derselbe Trend ist im Hochzinsbereich zu beobachten. Das bedeutet: Europäische Papiere sind im Durchschnitt günstiger bewertet. Bei hochverzinslichen Wertpapieren muss man sich bewusst sein, dass nicht nur die Spreads in Europa höher sind, auch die Bonität der Anleihen ist wesentlich besser. Die gegenwärtigen Bonitätsspreads von US-Unternehmensanleihen mit CCC-Rating beinhalten keine ausreichende Kompensation für ein durchschnittliches Ausfallszenario.

Was die Emerging Markets angeht, sind wir nicht davon überzeugt, dass wir das Schlimmste bereits hinter uns haben. In den Schwellenländern sind die Spreads am breiten Markt noch nicht hoch genug. Allerdings halten wir uns bereit, um Positionen in Anleihen einzugehen, deren Notierungen bei den jüngsten Kursturbulenzen auf wieder interessantere Niveaus gesunken sind.

Technische Faktoren belasten Unternehmensanleihen

Die verringerte Notenbankliquidität gehört nach wie vor zu den maßgeblichen Faktoren an den Märkten. Höhere Zinsen in den USA wirken sich negativ auf ausländische US-Dollar-Reserven aus, sodass am Offshore-Dollarmarkt die ersten Risse auftauchen. In den Vereinigten Staaten erhält die Nachfrage nach Unternehmensanleihen zunehmend Wettbewerb durch die Neuemissionen von Staatsanleihen. Dagegen haben sich die Renditespreads europäischer Investment Grade-Papiere bereits deutlich ausgeweitet, da die Marktteilnehmer das Ende des Anleihenkaufprogramms der EZB vorweggenommen haben.

Ein weiterer interessanter technischer Aspekt ist das starke Wachstum des Anleihenangebots im BBB-Segment. Dort hat sich das Volumen in Europa verdreifacht und in den USA mehr als verdoppelt. Wenn das Pendel am Markt zurückschwingt und die Ratingagenturen zum Handeln gezwungen sind, könnte der relativ kleine Markt für Hochzinspapiere eine Schwemme von ‚Fallen Angels‘ erleben, womit die Verschlechterung des Ratings von Investment Grade auf Ramsch-Status bezeichnet wird. Angesichts des nach wie vor soliden Ausblicks für die Unternehmensgewinne bereitet dies kurzfristig aber keine gravierenden Sorgen.

Ist jetzt der richtige Zeitpunkt zum Markteinstieg?

Die Bewertungen in Europa und den Emerging Markets sind etwas besser geworden, rechtfertigen aber noch keine offensivere Positionierung. Die neue Ära strafferer Geldpolitik bedeutet, dass wir in Teilbereichen des Markts wahrscheinlich mehr Situationen erleben werden, in denen es zu einem abrupten Rückgang der Risikobereitschaft kommt. Für nach wie vor aussichtsreich halten wir Papiere aus dem Finanzsektor, auch wenn wir bei den Emittenten wählerisch sind und die höherrangigen Bereiche der Kapitalstruktur bevorzugen.

Eine weltweit straffere Geldpolitik, weniger synchrone Wachstumspfade in den führenden Volkswirtschaften, ein Rückgang der US-Dollar-Liquidität und ein zunehmendes Angebot von US-Staatsanleihen könnten die Nachfrage nach Unternehmensanleihen dämpfen. Doch allgemein ist speziell das Segment Unternehmensanleihen weiterhin in solider Verfassung. Ein allmählicher Anstieg der Renditespreads bedeutet für uns günstige Einstiegsgelegenheiten in den Bereichen des Markts, in denen die Bewertungen wieder interessanter geworden sind.

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