Rainer Juretzek zur Bafin-Kontrolle der 34f-Berater „Der beste Weg wäre eine eigene Finanzberaterkammer“

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Welches ist die drängendste Frage im gesamten Regulierungskomplex der Finanzdienstleistungsbranche, die an erster Stelle gelöst werden müsste?


Wenn niemand das Interesse und den Mut hat, den größeren „Wurf“ eine Finanzberaterkammer anzugehen, dann wäre es aus meiner Sicht sinnvoll, die Aufsicht bei den Industrie und Handelskammern zu konzentrieren (weg von Gewerbeaufsichtsämtern, Ortspolizeibehörde und so weiter). Die Aufsicht könnte beispielsweise auf drei bis fünf IHK's (Nord, West, Ost, Mitte, Süd) konzentriert werden, die dann entsprechende Fachkompetenz aufbauen und vorhalten könnten, wie dies bei anderen Kammerberufen der Fall ist. Wenn es zum Entzug der Zulassung kommen sollte, wäre dann beispielsweise das jeweils zuständige Regierungspräsidium einzuschalten, dass dann die letzte Entscheidung zu treffen hätte. Glauben Sie, dass ein Regierungswechsel in Berlin oder die Evaluierung bestehender Richtlinien durch Brüssel zu signifikanten Änderungen in der Kontrolle der Finanzvermittler führen wird?

Ob ein Regierungswechsel in Berlin eine wesentliche Änderung herbeiführen könnte oder würde, wäre reine Spekulation. Außer dass, wenn die Grünen in die Regierungsverantwortung kämen, der Weg zur Bafin-Aufsicht vorgezeichnet wäre. Das wird aber möglicherweise ohnehin bereits im Rahmen des Kleinanlegerschutzgesetzes passieren. Eher ist aus Brüssel mit der dort allseits bekannten Regulierungswut zu rechnen, zumal neue Behörden geschaffen wurden, die sich finden und ins „Verdienen“ bringen müssen, wie dies das Hickhack zum Thema Provisionen in den vergangenen Monaten gezeigt hat.

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