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Rally von 24 Prozent Goldman Sachs empfiehlt chinesische Aktien

Die Empfehlung der US-Bank erfolgt, nachdem die Bewertungen der chinesischen Aktien im Vergleich zu Konkurrenzmärkten auf das niedrigste Niveau seit einem Jahrzehnt gefallen sind. “Angesichts dessen, wie die Kurse korrigiert haben, und angesichts der Bewertungen denken wir vom Standpunkt einer Risiko-Belohnung aus noch immer, dass wir bei chinesischen Aktien von einem positiven Fall ausgehen können”, erklärte unlängst Goldman-Analyst Kinger Lau in einem Interview mit Bloomberg News in Hongkong. Er prognostiziert, dass der Hang Seng China Enterprises Index über die kommenden zwölf Monate auf 12.000 Punkte steigen wird. Das wäre ein Plus von rund 24 Prozent im Vergleich zum Schlussstand der vergangenen Woche. Im Dezember vergangenen Jahres hatte Goldman Sachs für Ende 2014 sogar noch einen Stand von 13.600 Zählern vorausgesagt. Der Index chinesischer Aktien in Hongkong hat in diesem Jahr bis Ende vergangener Woche rund 10 Prozent eingebüßt. Das ist der höchste Rutsch unter 93 weltweiten Benchmark-Indizes, die von Bloomberg News beobachtet werden. Hinter dem Einbruch stehen nicht zuletzt Konjunkturdaten zum verarbeitenden Gewerbe, die auf eine Verlangsamung der chinesischen Wirtschaft hindeuten. Hinzu kamen Ängste, dass mehr Unternehmen Probleme bei der Rückzahlung ihrer Verbindlichkeiten bekommen können, nachdem es am 7. März zum ersten Ausfall eines Festland-Bonds gekommen war. Die Shanghai Chaori Solar Energy Science & Technology Co. war vergangene Woche nicht in der Lage gewesen, die Zinszahlungen auf ihre Anleihe voll zu bedienen. Der Index wird im Vergleich zum MSCI All-Country World Index mit einem Abschlag von 45 Prozent gehandelt. Das ist der höchste Wert seit zehn Jahren. Die politische Führung der Volksrepublik versucht derzeit, ein Gleichgewicht zwischen der Eindämmung der Schattenbanken- Branche und der Verschuldung lokaler Regierungen auf der einen Seite und Maßnahmen zur Stützung des Wirtschaftswachstums auf der anderen Seite zu finden. “Jede deutliche Maßnahme im Umgang mit Schattenbanken- Krediten und Schulden lokaler Regierungen wäre wahrscheinlich ein positiver Katalysator für Banken”, sagte Lau. “In den Bewertungen der Banken ist bereits ein sehr signifikantes Krisen-Szenario eingepreist.” Gut auf chinesische Aktien könnte sich seinen Worten zufolge auch eine Verbesserung des konjunkturellen Ausblicks der Weltwirtschaft auswirken. Konkrete Namen von Aktien wollte Lau allerdings nicht nennen. Ein Einkaufsmanager-Index von HSBC Holdings Plc und Markit Economics war zuletzt auf ein Sieben-Monats-Tief gefallen, wie die Unternehmen Anfang März erklärten. Ein ähnlich angelegter Index der Regierung hatte sich ebenfalls auf den tiefsten Wert sei Juni abgeschwächt. Auch die Exporte nach Übersee waren im Februar unerwartet um 18,1 Prozent gefallen - verglichen mit dem Vorjahreszeitraum, wie Zoll-Daten vom 8. März belegen. Die Erzeugerpreise fielen laut jüngster Veröffentlichung um 2 Prozent und damit so stark wie seit Juli nicht mehr. All das trug zur Skepsis der Investoren gegenüber chinesischen Aktien bei. Die positive Prognose von Goldman Sachs ist Teil einer Handels-Strategie, bei der die Bank Investoren zum Kauf von chinesischen Aktien beim gleichzeitigen Verkauf von Kupfer rät. Dahinter steht die Einschätzung, dass Rohstoffe der Rally am Aktienmarkt hinterherhinken werden. Der Finanzkonzern nannte dies seine viertwichtigste Empfehlung für 2014.
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