Anleihen sind zurück – und das nicht erst seit gestern. Nach der jahrelangen Null- und Negativzinsphase hat sich das Bild an den Rentenmärkten grundlegend verändert. Festverzinsliche Wertpapiere bieten wieder laufende Erträge, die einen relevanten Beitrag zur Gesamtrendite eines Portfolios leisten können. Unternehmensanleihen sind dabei besonders interessant: Sie bieten gegenüber Staatsanleihen in der Regel einen zusätzlichen Renditeaufschlag, ohne dass Anleger dafür zwangsläufig die deutlich höheren Risiken des Hochzins-Segments eingehen müssen.
Gerade Investment-Grade-Unternehmensanleihen bewegen sich damit in einem interessanten Spannungsfeld. Auf der einen Seite steht die vergleichsweise hohe Bonität der Emittenten, auf der anderen der zusätzliche Renditeaufschlag gegenüber Staatsanleihen. Nach dem deutlichen Zinsanstieg der vergangenen Jahre spielt zudem der laufende Ertrag – der sogenannte Carry – wieder eine wesentlich größere Rolle.
Zwischen Zinschancen und Kreditrisiken
Ein Selbstläufer sind Corporate Bonds dennoch nicht. Die weitere Entwicklung von Inflation und Leitzinsen beeinflusst die Rentenmärkte ebenso wie das Wirtschaftswachstum und die finanzielle Verfassung der Unternehmen. Sinkende Marktzinsen können bestehenden Anleihen zusätzliche Kurschancen eröffnen. Bleiben die Zinsen länger auf einem höheren Niveau, profitieren Anleger dagegen weiterhin von vergleichsweise attraktiven laufenden Erträgen.
Gleichzeitig unterscheiden sich Corporate-Bond-Fonds erheblich. Bonität, Laufzeiten, Währungen und die Duration eines Portfolios beeinflussen dessen Risiko ebenso wie die Auswahl der einzelnen Emittenten. Auch die Konstruktion des Produkts spielt eine Rolle. Neben aktiv gemanagten Fonds stehen Anlegern mittlerweile zahlreiche ETFs zur Verfügung, die unterschiedliche Segmente des Marktes systematisch abbilden.
Wie unterschiedlich die Wege zum Anlageerfolg sein können, zeigt auch unser aktuelles Ranking: Sowohl aktive Fonds als auch ETFs schaffen es unter die zehn besten Produkte.
Rendite erzählt nur die halbe Geschichte
Für unseren Vergleich schauen wir deshalb nicht allein auf die absolute Performance. Entscheidend ist vielmehr, welche Rendite ein Produkt im Verhältnis zu den dafür eingegangenen Risiken erwirtschaftet hat.
Als Maßstab verwenden wir die Sharpe Ratio über einen Zeitraum von drei Jahren. Sie setzt die gegenüber einer risikofreien Anlage erzielte Mehrrendite ins Verhältnis zu den Schwankungen eines Investments. Vereinfacht gesagt: Je höher die Sharpe Ratio, desto besser wurde das eingegangene Risiko vergütet.
Gerade bei Rentenfonds ist diese Betrachtung interessant. Zwei Produkte können über einen bestimmten Zeitraum eine ähnliche Rendite erzielt haben, dafür aber sehr unterschiedliche Schwankungen in Kauf genommen haben. Auffällig ist zudem, dass sich im aktuellen Ranking unterschiedliche Ansätze wiederfinden – von klassischen Unternehmensanleihefonds über Strategien mit kurzen Laufzeiten bis hin zu Floating-Rate-Konzepten.
Welche Fonds und ETFs haben Rendite und Risiko in den vergangenen drei Jahren am besten miteinander kombiniert? Auf den folgenden Seiten zeigen wir die zehn Spitzenreiter. Institutionelle Anlageklassen und währungsgesicherte Tranchen haben wir dabei nicht berücksichtigt.
Hinweis: Platz 5 wurde aufgrund gleicher Punktzahl zweimal vergeben.
Platz 10: Bluebay Investment Grade Bond Fund
Sharpe Ratio 3 Jahre: 0,73
- Sektor: Rentenfonds Unternehmensanleihen Investment Grade Welt Hartwährungen (Europa)
- Auflegung: 30.11.2018
- Fondsgesellschaft: Bluebay Funds Management Company
- ISIN: LU0968474089
- Performance YTD: 1,69%
- Performance 1 Jahr: 2,45%
- Performance 3 Jahre: 20,12%
- Performance 5 Jahre: 6,41%
- TER: 0,51%
- Volatilität 3 Jahre: 4,65%
- Volumen in Mio. EUR: 2824

