Ratssitzung

EZB senkt Einlagensatz in Negativ-Bereich

EZB-Präsident Mario Draghi hat den Einlagensatz von null auf minus 0,10 Prozent gesenkt, womit die Notenbank in Frankfurt die erste bedeutende Zentralbank ist, die einen negativen Zinssatz verwendet.

Die Währungshüter haben außerdem den Leitzins von 0,25 Prozent auf 0,15 Prozent gesenkt, um die niedrige Inflation zu bekämpfen. Draghi wird um 14.30 Uhr (MESZ) in Frankfurt vor die Presse treten.

“Sie müssen etwas unternehmen, um die schwache Inflation anzugehen”, sagte Nick Matthews, leitender Ökonom bei Nomura International in London, vor dem Zinsentscheid. “Investoren erwarten, dass sie sich die Option weiterer unkonventioneller Maßnahmen wie einer quantitativen Lockerung offenhalten.”

Draghi hat bereits erklärt, dass eine Verschlechterung der mittelfristigen Preisaussichten breit angelegte Aktiva-Käufe rechtfertigen würden. Nachdem die Inflation seit acht Monaten deutlich unter dem EZB-Ziel liegt und heute revidierte Prognosen von den EZB-Ökonomen anstehen, bleibt das ein plausibles Szenario. Zwar wird der EZB-Chef wohl kaum ein unmittelbares QE- Programm ankündigen. Er dürfte sich aber die Option vorbehalten, indem er skizziert, wie ein derartiger Plan die praktischen Herausforderungen in einer Währungsunion mit 18 Ländern bewältigen könnte.

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