Raus aus dem Risiko DJE rät zu defensiven Aktien

Kilian Stemberger arbeitet im Research & Portfoliomanagement von DJE Kapital | © DJE Kapital

Kilian Stemberger arbeitet im Research & Portfoliomanagement von DJE Kapital Foto: DJE Kapital

Mit zunehmender Reife eines Konjunkturzyklus und sich eintrübenden Erwartungen ist die Umschichtung von zyklischen in defensive Werte ratsam. Unternehmen, deren Gewinne stark von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung abhängen, sollten also zu Gunsten von Geschäftsmodellen vernachlässigt werden, die auch in Zeiten schwacher Konjunktur stabile Gewinne erwirtschaften. Auf Sektorebene führt das zu einem negativen Testat beispielsweise für die Automobilbranche, Rohstoffe und Banken. Demgegenüber steht eine Bevorzugung der Sektoren Nahrungsmittel & Getränke, Haushaltsgüter, Versorger und Gesundheit.

Aktien sind im historischen Vergleich in dem aktuellen, bereits weit fortgeschrittenen Zyklus schon seit längerer Zeit nicht mehr günstig bewertet. Angesichts geringer Anleiherenditen sind Aktienengagements aber immer noch attraktiv, wenn man bei der Sektorallokation den konjunkturellen Hintergrund berücksichtigt. Zusammenhänge zwischen Konjunktur und relativer Sektor-Performance lassen sich mit modernen Methoden analysieren. So erhält man jederzeit Aufschluss über eine adäquate Sektorallokation in konjunkturellen Schwächephasen. Mithilfe eines linearen Regressionsmodells im deutschen, amerikanischen und japanischen Markt haben wir untersucht, ob sich die einleitende Argumentation mit Blick auf die genannten Sektoren Nahrungsmittel & Getränke, Haushaltsgüter, Versorger und Gesundheit auch in den von uns getesteten Daten seit 1998 widerspiegelt.

Wer läuft am schlechtesten, wenn's brummt?

Die Auswertung zeigt, dass sich die deutlichsten, negativen Zusammenhänge zwischen Konjunktur und relativer Sektor-Performance bei den Sektoren Nahrungsmittel & Getränke, Versorger und Gesundheit erkennen lassen. Relativ zu ihrem Heimatmarkt hat sich also die Entwicklung der genannten Branchen in der Vergangenheit umgekehrt zur Veränderung der Konjunkturindikatoren verhalten. Das heißt, laut dem Regressionsmodell konnte mit diesen Branchen in Bullenmärkten keine Überrendite erzielt werden, in Schwächephasen jedoch schon. Während der Konjunkturindikator für diese drei Sektoren in Deutschland nur zwischen 9 und 16 Prozent der Entwicklung erklärt, liegen diese Werte in den USA bei über 21 Prozent und in Japan bei über 30 Prozent deutlich höher. Folglich hat die Veränderung des Konjunkturindikators Einfluss auf die Sektorentwicklung. Zu guter Letzt ist bei japanischen Versicherern sowie Öl- & Gas-Unternehmen ein negativer Zusammenhang erkennbar. Entgegen der anfänglichen Erwartungen, kann der Haushaltsgütersektor, ausgenommen im US-Markt, nicht pauschal für alle Regionen als defensive Branche ausgemacht werden. Denn in Europa und Japan ist hier überhaupt kein Zusammenhang erkennbar.