Michael Hasenstab

Michael Hasenstab

Raus aus Europa und den USA: Templeton-Manager Hasenstab bevorzugt Asien

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„2009 bewegten sich viele Märkte fast synchron - bei Konjunkturzahlen, nachlassendem Wachstum, Währungs- oder Spread-Bewegungen“, meint Hasenstab. In Zukunft dürfte es damit vorbei sein. Der Manager rechnet damit, dass sich nicht alle Länder im gleichen Tempo erholen werden. Dabei dürften die besser positionierten entwickelten Staaten mit geringerer Verschuldung und besseren Wachstumsaussichten, wie Australien, Norwegen oder Israel relativ schnell wieder zur alten Stärke zurückfinden. Ihre hochverschuldete und wachstumsschwache Konkurrenz wie die USA und Europa dürfte hingegen noch längere Zeit hinterher hinken. Auch Schwellenländern spricht Hasenstab gute Wachstumsaussichten zu.

„Generell nehmen wir an vielen Zinsmärkten eine ziemlich defensive Position ein“, kommentiert Hasenstab seine gegenwärtige Asset Allocation. Er verzichtet auf US-Bundesanleihen, britische und japanische Staatsanleihen. In der Eurozone ist sein Fonds nur begrenzt engagiert. „In Ländern wie Korea, wo wir uns im Vorjahr auf Zinssenkungen positioniert hatten, haben wir unser Zinsengagement reduziert", so der Manager.

Hasenstab rechnet mit einer Yen-Abwertung

Zudem suche er nach Möglichkeiten, um von steigenden Zinsen zu profitieren, wie zum Beispiel an den Devisenmärkten. Er rechne mit einer baldigen Abwertung des japanischen Yens. Daher habe er eine Short-Position im Yen aufgebaut.
Als problematisch betrachtet Hasenstab zudem die aggressiven staatlichen Konjunkturprogramme, die einige Regierungen aufgebaut hatten. Sollten diese in den nächsten Jahren weiter laufen, könnte dies zu signifikanten Problemen führen, befürchtet der Manager. „Die USA, Großbritannien und Japan weisen noch immer Haushaltsdefizite auf, die längerfristig nicht durchzuhalten sind“, so Hasenstab. Wer Staatsanleihen kaufen will, sollte daher besser auf Papiere bonitätsstarker Schuldnernationen wie Norwegen und Australien setzen.

„Bei Ländern wie China, Indien oder Indonesien gibt es starke Hinweise auf gute Wachstumsaussichten“

Auch Asien gehört zu Hasenstabs Favoriten. „Die Volkswirtschaften Asiens zeigten sich in der jüngsten Krise nicht nur weitgehend widerstandsfähig - viele Länder wie China, Indien oder Indonesien generierten 2009 ein Wirtschaftswachstum - sondern es gibt auch ziemlich starke Hinweise auf gute Wachstumsaussichten“, meint er. Die einzige Ausnahme sei Japan, wo die Binnenkonjunktur seit einiger Zeit schwächelt.

„Es gibt wirklich in der gesamten Region reichlich Möglichkeiten für die Neubewertung von Währungen. Zinsseitig erwarten wir, dass viele Länder Asiens ex-Japan mit der Verschärfung ihrer Zinspolitik beginnen“, so Hasenstab. In einigen Ländern sei dies allerdings bereits eingepreist.

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