Reaktion auf CDA-Vorschlag Vermittler gegen Pflicht zur privaten Altersvorsorge

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„An Bedürfnissen der Menschen vorbei“

„Der Vorschlag einer spekulativen Staatsrente geht an den Bedürfnissen der Menschen vorbei“, entgegnen Deutschlands Versicherer. Denn: „Alle Umfragen belegen, dass Sicherheit für die Deutschen das wichtigste Kriterium bei ihrer privaten Altersversorgung ist. Wer Bürger zwangsweise auf die Aktienanlage für die Altersvorsorge festlegt, muss ihnen nach dem nächsten Börsencrash erklären, was mit ihrem Ersparten passiert ist.“

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) wolle hingegen „die Schwachstellen der Riester-Rente endlich beseitigen“. Konkret fordert der Branchenverband daher, die Riester-Rente für alle Verbraucher zu öffnen und jeden privat zurückgelegten Euro mit mindestens 50 Cent staatlich zu fördern. Zudem solle die Bürokratie abgebaut und mehr Anlagespielraum für die Anbieter geschaffen werden.

„Den Himmel auf Erden versprochen“

CDA-Chef Laumann vertraut der deutschen Assekuranz allerdings nicht mehr: „Die Versicherungswirtschaft hat uns vor der Einführung von Riester doch den Himmel auf Erden versprochen. Insbesondere die Einführung eines Standardprodukts. Passiert ist nix.“ Stattdessen gebe es aktuell „einen undurchsichtigen Dschungel an Produkten, die eine Menge Kosten für die Menschen und kaum Rendite bringen.“

Doch die CDA-Pläne stellten keine realistische Alternative dar, kritisiert jetzt der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK). Das Standardprodukt zur Altersvorsorge sei nämlich bevormundend und unangemessen: „Wenn alle Arbeitnehmer von ihren Nettolöhnen noch Sparbeiträge in ein Standardprodukt ohne Wahlfreiheit einzahlen sollen, ist das ziemlich dirigistisch“, kommentiert BVK-Präsident Michael H. Heinz.

Sozialpolitische Aufgabe der Vermittler

Michael H. Heinz, BVK

Außerdem kritisiert der BVK, dass „mit einem staatlich verordneten Standardprodukt die sozialpolitische Aufgabe der Versicherungsvermittler ignoriert“ werde. „So sorgen dank der qualifizierten Vermittlungstätigkeit die meisten Deutschen für das Alter mit Lebens- und Rentenversicherungen sowie mit Riester-Produkten vor.“ Diese entsprächen der „gewachsenen Vielfalt der individuellen Lebensformen“.

„Nötig wäre daher eine bürokratische Entschlackung und Vereinfachung der staatlichen Riester-Förderung“, sagt auch Heinz. Um die bestehenden Produkte attraktiver zu machen, müssten zunächst die Kosten der Anbieter sinken. „Das wäre ein konstruktiver Vorschlag und nicht ein staatlich gelenkter Fonds, der alle über einen Kamm schert“, so der Präsident des größten deutschen Vermittlerverbands abschließend. 

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