Der Betrag, den Pflegebedürftige in Pflegeheimen aus eigener Tasche bezahlen müssen, ist erneut angestiegen. Er beträgt laut des Verbands der Ersatzkassen (VDEK) nun bundesweit im Schnitt monatlich 2.871 Euro im ersten Aufenthaltsjahr. Das sind 211 Euro mehr als ein Jahr zuvor.

Im zweiten Aufenthaltsjahr liegt die monatliche Eigenbeteiligung jetzt bei 2.620 Euro, das ist ein Plus von 233 Euro. Im dritten Aufenthaltsjahr werden 2.284 Euro an Zuzahlungen fällig – 169 Euro mehr als im Vorjahr. Ab dem vierten Aufenthaltsjahr beträgt die Eigenbeteiligung im bundesweiten Durchschnitt aktuell 1.865 Euro pro Monat. Das entspricht einem Anstieg um 91 Euro.

Pflegereform noch vor Bundestagswahl

Um Pflegebedürftige zu entlasten, kündigte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach vor einigen Wochen eine Pflegereform an, die noch vor der nächsten Bundestagswahl verabschiedet werden soll. Eine Kommission aus Experten, mehreren Bundesministerien und Vertretern der Bundesländer stellte in ihrem Bericht vier Reformmodelle vor. Zwei von ihnen sehen neben gesetzlicher auch eine private Pflicht-Pflegeversicherung vor. Außerdem sollen in zwei dieser Modelle die Eigenbeiträge stark gedeckelt werden. In einem Modell soll das hauptsächlich durch die private Zusatzversicherung geschehen, in dem anderen aus Steuermitteln finanziert werden.

15,2 Milliarden Euro im Jahr 

Letzteres ruft nun den Verband der Privaten Krankenversicherer (PKV-Verband) auf den Plan. Eine Obergrenze bei den pflegebedingten Eigenanteilen von 700 Euro pro Monat hätte schon im ersten Jahr 2024 zu zusätzlichen Kosten von 8,1 Milliarden Euro geführt, zitiert der Lobbyverband eine neue Kostenschätzung des eigenen Wissenschaftlichen Instituts der Privaten Krankenversicherung (WIP). „Getrieben durch den demografischen Wandel würden die jährlichen Kosten dann auf 15,2 Milliarden Euro im Jahr 2030 steigen. Insgesamt müssten die Beitragszahler im Zeitraum bis 2030 rund 80 Milliarden Euro zusätzlich tragen“, so der Verband.

 

Selbst bei einer geringeren Entlastung durch eine Obergrenze von 1.000 Euro pro Monat würden die zusätzlichen Kosten bis 2030 laut PKV-Verband auf insgesamt 61,5 Milliarden Euro anwachsen. Für die Kostenschätzung geht das WIP von der Prognose aus, dass sich die Ausgaben der Pflegeversicherung in den nächsten Jahren weiterhin so entwickeln wie in den letzten 20 Jahren. Das entspricht im Schnitt einer jährlichen Erhöhung um 5,7 Prozent.