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Reformbestrebungen der Modi-Regierung Indiens Haushalt ist auf dem richtigen Weg

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Neue Gewichtung in den Schwellenländer-Indizes steht bevor

Der Schwerpunkt des neuen Haushaltsplans besteht darin, ausländisches Kapital anzulocken und die Investitionen aus Eigen- und Fremdkapital anzukurbeln. Eine der dafür vorgesehenen Möglichkeiten ist die schrittweise Erhöhung des Mindeststreubesitzes börsennotierter Unternehmen von 25 Prozent auf 35 Prozent. Weil indische Aktien traditionell von einer höheren privaten Kontrolle durch Mehrheitsaktionäre und nur einem geringen Streubesitz für breite Anlegerkreise geprägt sind, dürfte die Anhebung des Mindeststreubesitzes eine breitere Beteiligung institutioneller Anleger sicherstellen. Der Schritt dürfte dem Markt mehr Tiefe verleihen und letztlich auch zu einer verbesserten Corporate Governance in den Unternehmen führen.

Wir erwarten, dass die Regierungsinitiative in den kommenden Jahren zu einem größeren Zufluss ausländischen Kapitals und zu einer stärkeren Gewichtung Indiens in den Schwellenländer-Indizes von MSCI und FTSE beitragen wird. Schwierigkeiten könnten sich allerdings insbesondere bei multinational tätigen börsennotierten Unternehmen mit Sitz in Indien ergeben – neue Streubesitzregelungen könnten einen Einfluss darauf haben, wer die Kontrolle über die Unternehmen hat. So ist zu erwarten, dass manches Unternehmen mit geringem Streubesitz ein Delisting erwägt, sofern es mit der Erhöhung des öffentlichen Aktienbesitzes um 10 Prozent nicht einverstanden ist.

Der Ausblick für Indien

Auch wenn die meisten Aspekte des neuen Haushaltsplans ermutigend aussehen, besteht in einigen Bereichen noch Klärungsbedarf. Ungewiss sind etwa die haushaltsexternen Finanzierungsquellen für die Infrastruktur, die Höhe der auf US-Dollar lautenden Anleihen-Emissionen seitens der Regierung sowie der Zeitplan für die Erhöhung des Streubesitzes börsennotierter Aktiengesellschaften.

Nach den Parlamentswahlen dürfte sich das besondere Interesse der Marktteilnehmer nun wieder den Fundamentaldaten wie etwa dem Gewinnwachstum und der Inflation zuwenden. Wir erkennen Anzeichen einer Erholung im indischen Industriesektor und erwarten einen anhaltenden Anstieg der Kapazitätsauslastung, der die Unternehmen wieder zu neuen Investitionen veranlassen dürfte – ein wichtiger Schritt zur Erhöhung der Rentabilität.

Aktuelle Risiken stehen in Verbindung mit globalen Faktoren, darunter der Handelskonflikt, die Geldpolitik der US-Notenbank und steigende Ölpreise. Eine weltweite Verlangsamung des Wachstums könnte Sektoren der indischen Wirtschaft treffen, die eher exportabhängig sind. Allerdings verringert Indiens steigender Binnenkonsum die Abhängigkeit der indischen Wirtschaft vom Exportsektor – der Subkontinent ist gegenüber belastenden globalen Faktoren inzwischen weniger anfällig.

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