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Regulierung: Finanzplaner schlagen Kammermodell für Berater vor

Rainer Juretzek, DFP
Rainer Juretzek, DFP
Der Vorschlag der Finanzplaner sieht vor, dass selbstständige Finanzberater und die in Pools und Finanzvertrieben tätigen Berater die Möglichkeit erhalten, ihre Berufsausübung in einer staatlich kontrollierten Selbstverwaltung – einer Körperschaft des öffentlichen Rechts – zu regeln. Dies würde letztlich zu einer eigenständigen Finanzberatungs-Kammer führen.

Das Kammermodell, so die DFP, habe sich in Deutschland bewährt. Die derzeitige Zersplitterung von Zuständigkeiten im Finanzdienstleistungsbereich entfiele. Klare Regelungen für Zulassung und Ausbildungsanforderungen wären geschaffen und Politik wie Verbraucher hätten einen klaren konkreten Ansprechpartner.

Klarer Rahmen für „wilden“ Markt

„Es ist unverständlich, dass Berufe wie Arzt, Apotheker oder Steuerberater im Rahmen einer Kammer Berufsregeln unterworfen sind. Die große Zahl von Finanzdienstleistern hingegen, die wesentlich an der Anlage und Absicherung großer Teile des Volksvermögens mitwirken, sind unterschiedlicher Regulierung unterworfen, je nachdem welches Finanzprodukt die verkaufen.“, so Rainer Juretzek, Vorsitzender der DGF. Es ginge doch darum, den Verbraucher bedarfsgerecht zu beraten und ihm bedarfsgerecht Produkte zu vermitteln.
Hintergrund: Für die von Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner propagierte Regulierung des Investmentfondsvertriebes wird eine an die Versicherungsvermittlung angelehnte Regulierung über die Gewerbeordnung mit einer Sachkundeprüfung bei den Industrie- und Handelskammern erwartet.

Finanzminister Schäuble hatte hingegen kürzlich gefordert, den unregulierten Markt, insbesondere die Vermittlung von geschlossenen Fonds, sehr viel schärfer über das Kreditwesengesetz zu regulieren. Dies hätte für Vermittler eine Pflicht zur KWG-Lizenz respektive zum Anschluss an ein Haftungsdach zur Folge. Produktgeber- und Berater-Verbände hatten sich unisono gegen Schäubles Vorschlag ausgesprochen.

Umfrage zur Regulierung

EAFP und DFP haben eine Umfrage gestartet, um Finanzdienstleitern die Möglichkeit zu geben, sich am politischen Meinungsbildungsprozess zur Regulierung zu beteiligen.

>> zur Umfrage

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