Regulierungsexperte

"IDD ist nicht alles“: Mehr Zeit für Priip

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„IDD ist viel, aber nicht alles“, so fasst das Versicherungsjournal eine Rede von Dieter Pscheidl, Leiter Europäische Angelegenheiten bei der Wiener Versicherung Gruppe auf einer Veranstaltung zusammen. Denn auch abseits der Versicherungsvertriebs-Richtlinie gebe es viele regulatorische Baustellen, bei denen Verbesserungsbedarf besteht.

Eine solche Baustelle ist laut Pscheidl die Verordnung zu Packaged Retail Investment and Insurance Products (PRIIPs), also „verpackten“ Investment- und Versicherungsprodukten für Kleinanleger. Die Verordnung enthält Vorschriften für die Informationsblätter, die Anbieter von Fonds und Versicherungsprodukten den Kunden aushändigen müssen.

Der Regulierungsexperte kritisiert den Zeitplan für die Einführung der Verordnung. Diese soll bereits Anfang 2017 in Kraft treten. Dabei stehen immer noch nicht alle Details endgültig fest. Die Versicherungswirtschaft sei gewillt, die Vorschriften zu erfüllen, diese müssten aber „klar und verständlich“ sein, zitiert das Versicherungsjournal den Regulierungsexperten. Auch müsse den Versicherern ausreichend Zeit für die Umsetzung gegeben werden.

Damit reiht sich Pscheidl in die Riege der Priip-Kritiker ein. Auch der deutsche Fondsverband BVI, die Deutsche Kreditwirtschaft, der Deutsche Derivate Verband sowie der europäische Fondsverband Efama fordern die Politik auf, nach der Mifid-II-Verschiebung auch die Anwendung der Priip-Verordnung um mindestens neun Monate auf den Herbst 2017 hinauszuzögern.

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