Bitcoin im Höhenrausch Rekordhoch dank Promi-Hilfe

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Nach Ansicht zahlreicher Kryptowährungs-Befürworter führt der vorherrschende Weg von Notenbanken und Regierungen mit ultra-niedrigen Zinsen, üppiger Liquiditätsausstattung und steigender Verschuldung über kurz oder lang zu einer ausufernden Inflationsrate. Bitcoin stellt für sie eine Alternative dar, da hiermit Finanztransaktionen weltweit sowie einigermaßen schnell und sicher außerhalb des bestehenden Finanzsystems mit seinen Zentral- und Geschäftsbanken möglich sind. Eine Instanz, die Einfluss auf die Geldmenge hat, existiert nicht. Vielmehr biete die im Algorithmus vorgegebene Obergrenze von 21 Millionen Bitcoin-Einheiten in Kombination mit dem notwendigen Aufwand zur Schöpfung („Mining“) zusätzlicher Einheiten einen Schutz vor Inflation.

Eine Garantie für weitere Kursgewinne gibt es auch mit Tesla nicht

Ob dieser Schutz in der Praxis langfristig tatsächlich besteht, Bitcoin also eine Art neues, digitales Gold darstellen kann, oder die Etablierung als dominierendes Zahlungsmittel in der Zukunft gelingen wird, ist völlig unklar. Zwar ist das Bitcoin- Netzwerk in seiner derzeitigen Form nicht darauf ausgelegt, auch nur annähernd den Umfang der Bezahlvorgänge des traditionellen Zahlungsverkehrs zu bewältigen, und auch die Obergrenze von 21 Mio. Einheiten kann theoretisch mit der Mehrheit der Rechnerkapazität im Netzwerk geändert werden. An dem in den vergangenen Monaten zunehmenden Interesse von institutionellen und privaten Investoren ändert dies jedoch nichts. Und da sich der Bitcoin-Preis ausschließlich durch Angebot und Nachfrage ergibt, führt ein deutlicher Anstieg letzterer bei einem nur langsam wachsenden Angebot zu höheren Kursen.

Diejenigen, die angesichts der jüngsten Kursrally und der in den vergangenen Jahren insgesamt verzeichneten Gewinne jetzt in die Kryptowährung einsteigen wollen, seien darauf hingewiesen, dass der Kurs weiterhin enormen Schwankungen unterliegt. Einer Aufwärtsbewegung kann also ohne weiteres auch ein Kurssturz im mittleren zweistelligen Prozentbereich folgen. Und dass die Ankündigung eines einzigen Unternehmens einen derartigen Kurssprung auslösen kann, sollte zumindest weniger risikofreudigen Anlegern zu denken geben. Als Portfoliobeimischung kann Bitcoin dennoch in Erwägung gezogen werden, solange das Ausmaß des Engagements den Betrag nicht überschreitet, der als potenzieller Totalverlust in Kauf genommen werden kann.

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