Rekordniveau: Wie Unternehmen durch Aktien-Rückkäufe die Kurse in die Höhe treiben

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Aktien-Handelsvolumen rückläufig

Das Aktien-Handelsvolumen dagegen war seit 2007 jedes Jahr rückläufig, wie Daten zum Russell 3000 Index zeigen. Der Index repräsentiert laut Russell-Website 98 Prozent des investierbaren US-Aktienmarkts. Bei den Rückkaufsdaten wird der durchschnittliche Tagesumsatz an Rückkäufen mit dem durchschnittlichen Gesamtwert der gehandelten Aktien verglichen.

Die Unternehmensgewinne im S&P 500 erreichten im letzten Jahr mehr als hundert Dollar je Aktie, verglichen mit etwa 60 Dollar 2008, wie von Bloomberg zusammengestellte Daten zeigen. 2013 sollen sie um 5,3 Prozent auf 109,40 Dollar steigen, so Analystenschätzungen bei Bloomberg.

„Ich glaube nicht, dass wir bei der Gesamtbewertung annähernd das Niveau erreicht haben, wo die Unternehmen keine Rückkäufe mehr tätigen”, sagte Paul Zemsky, Leiter Asset Allocation bei ING Investment Management, in einem Telefoninterview am 11. Dezember. „Die Firmen kaufen immer noch Aktien.”

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) im S&P 500 ist dieses Jahr um 17 Prozent auf 16,7 gestiegen. Im November erreichte es mit 17 den höchsten Stand seit fast vier Jahren, jedoch liegt der Durchschnitt seit 1998 laut von Bloomberg zusammengestellten Daten bei etwa 19.

Apple, das Unternehmen mit dem weltweit größten Marktwert, beschaffte sich mit der ersten Anleiheemission seit 1996 17 Milliarden Dollar, um eine Ausweitung seines Ausschüttungsplans um 55 Milliarden Dollar zu finanzieren. Seit der Ankündigung am 30. April ist der Aktienkurs des Unternehmens aus Cupertino um 25 Prozent gestiegen, während der S&P 500 nur um elf Prozent zulegen konnte.

IBM hat seit Ende 2010 für 35 Milliarden Dollar Aktien zurückgekauft, wie von Bloomberg zusammengestellte Daten zeigen. Der Konzern aus Armonk im US-Bundesstaat New York hatte angekündigt, zwischen 2011 und 2015 Aktien im Volumen von 50 Milliarden Dollar zurückzukaufen. Obwohl der Umsatz in den letzten sechs Quartalen zurückging, trugen die Rückkäufe zu einem Anstieg des Gewinns je Aktie bei.

Der weltgrößte Unterhaltungskonzern Disney will in dem bis zum 30. September laufenden Geschäftsjahr für sechs bis acht Milliarden Dollar Aktien zurückkaufen, sagte Finanzchef Jay Rasulo in einer Telefonkonferenz am 12. September dieses Jahres.

Das Unternehmen aus dem kalifornischen Burbank hat laut Birinyi- Daten im Kalenderjahr 2013 für etwa drei Milliarden Dollar Aktienrückkäufe getätigt. Disney verfügt über etwa vier Milliarden Dollar an liquiden Mitteln und Kurzfristinvestments und hat ein “A"-Rating. Die Aktie hat seit Jahresbeginn 40 Prozent zugelegt.

„Viele Unternehmen nutzen ihren Cashflow, um Aktien zurückzukaufen, und nicht wenige leihen sich Geld, um Aktien zurückzukaufen“, sagte Edward Yardeni von Yardeni Research in New York in einem Telefoninterview am 11. Dezember. „Das wird wahrscheinlich in dem Tempo, das wir im Moment sehen, weitergehen.“

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