Rekordvolumen für Altersvorsorge – trotz sinkender Sparbereitschaft

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Die Schuldenkrise und eine mögliche höhere Inflation machenden Deutschen Angst. Anstatt Geld für das Alter zurückzulegen, geben 39 Prozent der Deutschen ihr Geld lieber aus. Das ergab eine Studie vom Marktforschungsinstitut TNS Infratest. In der gleichen Umfrage verliert die Altersvorsorge als Sparziel ihre Spitzenposition bei deutschen Anlegern (minus 12 Prozent).  Statt langfristig Geld zurückzulegen, sparen Deutsche mittlerweile lieber auf Konsumgüter.

Trotzdem erreicht das Altersvorsorgevermögen 2011 einen Höchstwert von 2,9 Billionen Euro. Eine Studie des Beratungsunternehmen BBW Marketing Dr. Vossen geht davon aus, dass das Altersvorsorgevermögen in den nächsten fünf Jahren um 14 Prozent auf 3,4 Billionen Euro ansteigt.

Im Widerspruch dazu steht eine Studie der Postbank. Darin geht jeder fünfte Befragte im Alter von über 50 davon aus, dass er seinen Lebensunterhalt im Alter nicht mehr mit eigenen Mitteln bestreiten können wird. Eine zusätzliche Altersvorsorge täte also Not. Doch stattdessen plant nur jeder Zweite unter 30 überhaupt eine private Altersvorsorge.

Aber auch diejenigen, die vorsorgen, sind inkonsequent. Laut den Verfassern der BBW-Studie legt der Durchschnittssparer monatlich unter 100 Euro zurück. Bei weiterhin niedrigen Zinsen und hoher Inflation könnte diese geringe Rücklage nur wenig zur Altersversorgung beitragen, meinen die Berater.

Die geringe Sparbereitschaft ist auf die Skepsis der Anleger zurückzuführen. Laut der Postbank-Studie bezweifelt jeder Dritte die Sicherheit von Geldanlagen. Entsprechend bevorzugen deutsche Altersvorsorgesparer vor allem solche Anlageprodukte, die als besonders sicher gelten. 96 Prozent gaben gegenüber TNS an, dass sie Sicherheit Rendite vorziehen.

Die BBW-Studie erwartet, dass selbst genutzte und vermietete Immobilien (Rang 1 und 2) die wichtigsten Sparformen der Altersvorsorge in Zukunft sein werden. Auf Platz drei und vier liegen Gold und Investmentfonds

Anlagen in Sachwerte steigen laut BBW-Umfrage bis 2016 um 17 Prozent. Darunter machen derzeit Immobilien (34,9 Prozent), gefolgt von Bauland (13,3 Prozent) den größten Anteil aus.

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