Wer im Jahr 2020 sein Geld in Staatsanleihen investierte, erlebte bislang eine böse Überraschung. Statt sicherer Rendite gab es Verluste. Die traditionell als Stabilitätsanker geltende Anlageklasse verlor in den folgenden fünf Jahren jährlich durchschnittlich 1,1 Prozent an Wert. Gleichzeitig schoss das Edelmetall Gold nach oben und erreichte Anfang Januar 2026 einen Preis von über 4.600 US-Dollar. Eine aktuelle Analyse von Goldman Sachs zeigt, wie stark sich die Rendite zwischen den einzelnen Anlageklassen in den vergangenen Jahren verschoben haben.
Private Markets führen langfristig
Wer 1990 in Private Markets investierte und durchhielt, erzielte bis 2025 im Schnitt 10,5 Prozent Rendite pro Jahr. Damit lagen diese Investments vor allen anderen Anlageklassen. Globale Aktien kamen auf 8,1 Prozent, Gold auf 6,7 Prozent. Anleihen bewegten sich zwischen 4,3 Prozent (Staatsanleihen) und 5,6 Prozent (Unternehmensanleihen).
Die Kehrseite: Private Markets schwankten mit einer Volatilität von über 21 Prozent deutlich stärker als andere Assets. Wer hier investierte, durchlebte größere Auf- und Abschwünge.
Aktien boomen nach der Finanzkrise
Die Jahre zwischen 2010 und 2025 prägten niedrige Zinsen und eine starke Aktienperformance. Globale Aktien steigerten ihre jährliche Rendite auf 10,5 Prozent. Staatsanleihen hingegen warfen in dieser Phase weniger als 1 Prozent ab. Für konservative Sparer eine enttäuschende Bilanz.
Gold legte in dieser Zeit zu. Nach dem Preissprung zwischen 2009 und 2012, als Anleger Schutz vor der Eurokrise suchten, stabilisierte sich das Edelmetall auf höherem Niveau und erzielte durchschnittlich 8,6 Prozent jährlich.
Gold setzt sich seit 2020 ab
Seit 2020 hat sich das Verhältnis zwischen den Anlageklassen deutlich verschoben. Gold erwirtschaftete starke 18,4 Prozent pro Jahr und liegt damit klar vor allen anderen Assets. Inflation, geopolitische Konflikte und Unsicherheit über die Zinspolitik der Notenbanken haben die Nachfrage angetrieben.
Doch auch die Rendite für Aktien ist in den vergangenen fünf Jahren weiterhin gestiegen. Mit einer jährlichen Rendite von durchschnittlich 12,5 Prozent lag diese noch einmal 2 Prozentpunkte über der Rendite der vergangenen 15 Jahren – trotz des Coronacrashs und Trumps „Liberation Day“. Anleihen rutschten hingegen erstmals in dieser Betrachtung ins Minus. Die Zinserhöhungen der Zentralbanken drückten die Kurse von Staatsanleihen, die 1,1 Prozent pro Jahr verloren.










Auch Immobilien blieben zurück: Mit 1,9 Prozent jährlich erreichten sie nur einen Bruchteil ihrer früheren Renditen. Hohe Hypothekenzinsen bremsten die Nachfrage. In vielen Metropolen stagnierten die Preise oder gingen zurück.
Timing und Diversifikation entscheidend
Die Zahlen zeigen, wie stark der Betrachtungszeitraum das Bild prägt. Private Markets führen langfristig, doch in Krisenzeiten schlägt Gold alle anderen. Aktien lieferten über alle drei Perioden solide Erträge, während Anleihen ihre Rolle als Stabilitätsanker verloren haben.
Für Anleger bedeutet das: Eine breite Streuung bleibt sinnvoll. Wer nur auf eine Anlageklasse setzt, riskiert, Phasen zu verpassen, in denen andere besser abschneiden. Und wer sein Portfolio anpasst, sollte das eigene Risikoprofil im Blick behalten. Gerade in Zeiten, in denen sich die Märkte weiter in Bewegung befinden.
