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Familie in der Freizeit: Die mit nahezu sicheren Anlagen erzielbaren Renditen liegen inzwischen meist unter Null  | © imago images / Westend61 Foto: imago images / Westend61

Renditen erodieren

Zwei Etagen tiefer

Im Fernsehen gibt es den schönen Begriff der werberelevanten Zielgruppe. Sie umfasst alle 14- bis 49-jährigen Zuschauer und stammt aus dem Jahr 1984, als der Sender RTL sie erfand. Bis 1996 wuchs sie auf ihr Maximum von 41,5 Millionen Menschen. Seitdem schrumpft sie. Ende 2018 lag sie bei 35,6 Millionen. Inzwischen weicht RTL das Konzept auf.

So wie es eine werberelevante Zielgruppe gibt, so gibt es auch eine wirtschaftsrelevante. Grob umrissen könnte das die arbeitende Bevölkerung der 20- bis 67-Jährigen sein. Die Gruppe wird zwar noch nicht kleiner, aber sie stagniert. Und bald wird sie schrumpfen.

Das ist in allen Industrienationen ähnlich. Frauen mit Karrierewunsch, moderne Verhütungsmethoden und staatliche Nachlässigkeiten in der Familienpolitik haben die Geburtenraten einbrechen lassen. Forscher erwarten, dass auch der weltweite Bevölkerungsboom bald nachlässt und sich sogar umkehrt.

Das hinterlässt Spuren in Geldanlage, Investitionen und Wirtschaft. Reinhard Pfingsten kann sich noch gut an die Zeit erinnern, als auf Aktien noch eine Renditeprognose von 8 bis 12 Prozent stand. „Das war vor vielleicht 20 Jahren, heute gehen wir für die kommenden zehn Jahre von knapp 7 Prozent aus“, so der Investmentchef der Bethmann Bank. Ein Tribut an die neue Renditewelt, in der alles ein paar Etagen tiefer liegt als früher.

Die Ursachen sind nicht einfach klar zu benennen. Es ist ein komplexes Gewirr aus Zinspolitik, Bevölkerung, Fortschritt, Investitionsverhalten und Politik. Oft sind Ursache und Wirkung nur schwer auseinanderzuhalten. Neue Theorien kommen auf, alte werden verworfen.

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