Potenzial von Anleihen „Anleger sollten die USA unter die Lupe nehmen“
Wird jedoch zu viel für ein Unternehmen gezahlt, findet unter Umständen lediglich ein Vermögenstransfer von den Aktien- und Anleiheninhabern des Erwerbers auf die des übernommenen Unternehmens statt. Leider lässt sich meist erst nach einigen Jahren mit Sicherheit sagen, ob eine solche Transaktion ein Erfolg oder Misserfolg war.
Die Korrektur an den Hochzinsmärkten im letzten Jahr hat zwar in einigen Bereichen attraktive Renditen hervorgebracht. Diese dürfen jedoch nicht isoliert betrachtet werden. Sie müssen stets vor dem Hintergrund der Anleihekonditionen, der Bilanzstärke und Cashflows des Unternehmens beurteilt werden. Auch das allgemeine Wirtschaftsumfeld, in dem der Emittent operiert, und – wie oben kurz erwähnt – ob er für Anleiheninvestoren günstige Aktivitäten verfolgt, müssen in die Beurteilung einfließen.
US-Anleihen müssen genau beobachtet werden
Gegenwärtig befindet sich der Hochzinsmarkt in Europa in einem weniger weit fortgeschrittenen Stadium des Kreditzyklus verglichen mit seinem US-Pendant. Diesseits des Atlantiks sind viele Unternehmen nach wie vor mit ihrer Refinanzierung und damit beschäftigt, ihre Bilanzen zu stärken. Darin spiegelt sich vor allem die langsamere wirtschaftliche Erholung in der Region verglichen mit Amerika wider, wo ein für spätzyklische Phasen typisches Verhalten vorherrscht. Nach unserer Erfahrung zahlt es sich in dieser Phase des Kreditzyklus aus, den Emittenten von Unternehmensanleihen ganz genau auf den Zahn zu fühlen.
