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Rentenexperten von Jupiter AM über Energiewende Wind- und Solarenergie bald günstiger als fossile Brennstoffe

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Globale Öl-Nachfrage erreicht schon im Jahr 2030 ihren Höhepunkt

Der Straßenverkehr beansprucht circa die Hälfte des weltweiten Öls. Kraftstoffeffizientere Fahrzeuge und der Einfluss von Elektrofahrzeugen haben dazu geführt, dass die globale Öl-Nachfrage früher als erwartet ihren Höhepunkt erreichen wird – vielleicht schon im Jahr 2030.

Diese Makroeinschätzung wirkt sich auf unsere Titelauswahl in der Öl- und Gasexploration und -förderung aus. In unserer globalen, uneingeschränkten Anleihestrategie liegt unser aktuelles Engagement bei weniger als 3 Prozent des Portfolios. Wir bevorzugen derzeit Instrumente mit kurzer Duration und investieren in Anleihen mit Laufzeiten unter fünf Jahren. Wir wählen Emittenten, die aufgrund günstiger Produktionsanlagen oder niedriger Arbeitskosten über kostengünstige betriebliche Abläufe verfügen und somit bei einer raschen Energiewende widerstandsfähiger sein dürften.

Hochzinsanleihen: Kapitalerhaltung und Schuldenabbau vor Dividenden

Bei Hochzinsanleihen ist vor allem die Qualität der Unternehmensführung entscheidend. Wir suchen nach Unternehmen mit soliden Absicherungsprogrammen für Rohstoffpreise, um die Abwärtsrisiken zu reduzieren, und nach Managementteams, die die Kapitalerhaltung und den Schuldenabbau gegenüber Aktionärsdividenden bevorzugen.

Die Qualität der Unternehmensleitung ist besonders wichtig in einem Umfeld, in dem sich der Schieferöl-Boom in den USA langsam abzukühlen scheint und Bonitäten sich verschlechtern. Zahlreichen US-Schieferölunternehmen fehlte es in den letzten Jahren an einem disziplinierten Kapitalmanagementansatz. Sie tätigten Aktienrückkäufe, obwohl ihr operativer freier Cashflow durchgängig negativ war. Dies ändert sich langsam, da Anleihegläubiger von ihnen fordern, sich auf Liquiditätssicherung und Schuldenabbau zu konzentrieren.

Die Themen der Energiewende und möglicherweise striktere Regulierungsmaßnahmen beeinflussen auch unsere Meinung zu Industriewerten. Hier verfolgen wir einen vorsichtigen Ansatz bei Unternehmen, die sehr energieintensive Geschäftsmodelle und eine starke Untergewichtung bei traditionellen Industriewerten wie typischen Stahlherstellern haben. Wir integrieren die Auswirkungen höherer Faktorpreise in unsere Modelle und berücksichtigen Risiken verbunden mit Kosten von Emissionsgutschriften. Wir prüfen derzeit potenzielle Anlageideen rund um Industriewerte mit widerstandsfähigeren Geschäftsmodellen, wie Unternehmen, die vorgelagert in eine saubere Stromerzeugung integriert sind.

Über die Autoren:

Ariel Bezalel ist Strategie- und Rentenchef bei Jupiter Asset Management und Manager des Anleihefonds Jupiter Dynamic Bond. Hilary Blandy ist Leiterin Kredit-Research bei Jupiter Asset Management.

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