Rentenfonds Neuer Frühling für Anleihen der Schwellenländer?

Seite 2 / 3

Investments in Hard oder Local Currency

Abgesehen von der Situation im Land – etwa der Türkei, Argentinien, Brasilien oder Mexiko – sind bei Emerging Market Staatsanleihen zudem solche in „Hard Currency“ (vor allem US-Dollar und Euro) und „Local Currency“, also der jeweils eigenen Währung, zu unterscheiden.

Bei den Hard Currency Emerging Market Bonds steht das Kreditrisiko im Vordergrund, bei Papieren in der entsprechenden Schwellenländerwährung ist es das Währungsrisiko, da viele EM-Währungen auf längere Sicht abwerten. Dabei wird das Abwertungsrisiko meist als gravierender eingeschätzt, weshalb die Effektivverzinsung dieser Staatsanleihen in der Regel höher ausfällt.

Einen deutlichen Zinsvorsprung gegenüber US-Treasuries haben selbstverständlich beide Varianten.

Ist der Wendepunkt jetzt erreicht?

Nach schwacher Performance im ersten Halbjahr 2018, in dem EM-Hartwährungsanleihen einen negativen Return von zirka 5,3 Prozent und EM-Weichwährungsanleihen ein Minus von 7,6 Prozent verzeichnet haben, stellt sich nun die Frage, ob die beschriebenen Auslöser auf der einen Seite und die hausgemachten Probleme der verschiedenen Länder auf der anderen Seite nicht schon überproportional stark in den aktuellen Anleihekursen berücksichtigt sind.

Von einigen führenden, auf Emerging Markets spezialisierten Asset Managern wird diese Einschätzung zumindest vertreten. Sie sehen in der Korrektur eine Einstiegsgelegenheit für antizyklische Investoren. Bei der Einschätzung zukünftiger Ertragserwartungen diverser Assetklassen finden sich die beiden Arten von Schwellenländer-Bonds deshalb auch zunehmend wieder unter den Top-Favoriten.

Einstiegsgelegenheit für Investoren?

Aufgrund sehr großer Unterschiede zwischen den verschiedenen Staaten – und zwar sowohl hinsichtlich des Länderrisikos, als auch in Bezug auf das aktuelle Renditeniveau und den jeweiligen Einfluss der Politik – fällt unsere Einschätzung hier etwas differenzierter aus.

So bietet sich die Assetklasse nicht unbedingt in ihrer gesamten Breite für Investments an. Vielmehr sollte ein fundamentaler Ansatz gewählt werden, mit dem eine begrenzte Anzahl sinnvoller Chance-Risiko-Profile in diesem Segment wahrgenommen werden kann.

Mehr zum Thema
Target-2-SaldenFriedrich & Weik: „Einen Großteil des Geldes werden wir nie wiedersehen“ Schwellenländer-Anleihen„Genau der richtige Zeitpunkt für Langfrist-Anleger“ Handelskrieg und chinesische AktienWie China-Anleger jetzt profitieren können