Rentenfonds Neuer Frühling für Anleihen der Schwellenländer?

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Währungsverluste fressen Zinskupons auf

Dieser aktive Ansatz sollte neben den Chancen – ablesbar an der jeweiligen Rendite – auch eine Risiko-Einschätzung zur politischen und wirtschaftlichen Lage beinhalten sowie gleichzeitig die Erfahrungen der Vergangenheit berücksichtigen.

So waren Weichwährungsanleihen, gemessen am JP Morgan Emerging Market Government Bond Index (Local Currency), in der Vergangenheit als Langfristanlage eher weniger geeignet. Bei ihnen haben die Währungsverluste offensichtlich einen großen Teil der Zinskupons aufgefressen.

Effektivverzinsung ausreichend attraktiv?

Hervorragend entwickelt haben sich längerfristig betrachtet in der Vergangenheit dagegen die Hartwährungsanleihen – allerdings ausgehend von einem höheren allgemeinen Zins- und Spread-Niveau. Insofern stellt sich hier schon eher die Frage, ob die aktuelle Effektivverzinsung von rund 6 Prozent (auf US-Dollar-Basis) ausreichend attraktiv ist.

Kommt man zu diesem Schluss, sollten die am Markt sicherlich vorhandenen guten Chancen unbedingt mittels eines qualifizierten aktiven Managements genutzt werden. „Blind“ auf ETFs oder die bloße Abbildung der JP Morgan EM Bond Indizes zu setzen, greift unseres Erachtens zu kurz.

Fallbeispiel Griechenland:

Von der Intensivstation zur Reha

Einige Jahre lang war Griechenland am Bondmarkt das „Top-Angst-Thema“. Nach diversen Schuldenerleichterungen durch die EU und der Inangriffnahme einiger wichtiger Reformen befindet sich das Land an der Ägäis inzwischen aber auf Erholungskurs. Auch die Wirtschaft wächst wieder ordentlich, und die Rating-Agentur S&P hat ihre Bonitätsbewertung erst kürzlich von B auf B+ angehoben.

In Griechenland wird es spätestens im Oktober 2019 Parlamentswahlen geben. Ein Regierungswechsel ist in Sicht. So hat der konservative Kyriakos Mitsotakis (Nea Democratia) in den Umfragen aktuell einen Vorsprung von über 10 Prozent vor dem derzeitigen Premierminister Alexis Tsipras (Syriza).

Da Mitsotakis als sehr marktwirtschaftsfreundlich gilt, würden internationale Investoren den Wechsel mehrheitlich begrüßen. Einige von ihnen haben deshalb bereits damit begonnen, sich wieder in Griechenland zu engagieren.

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