Präsident der Europäischen Zentralbank Mario Draghi. Foto: Getty Images

Präsident der Europäischen Zentralbank Mario Draghi. Foto: Getty Images

Rentenmarkt

Renditen von Unternehmensanleihen fallen auf Rekordtief

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Die durchschnittliche Rendite von Unternehmensanleihen der Gütekategorie Investmentgrade ist am Mittwoch auf 0,9285 Prozent gesunken, den tiefsten Wert in den bis 1998 zurückgehenden  Indexdaten. Die Fremdkapitalkosten sind gesunken, seit die Europäische Zentralbank im März ankündigte, sie würde Unternehmensanleihen im Rahmen ihrer Stützungsmaßnahmen zur Ankurbelung des Wachstums im Euroraum kaufen.

Das Programm hat bonitätsstarke Unternehmensanleihen gestützt, sie waren im Ausverkauf nach dem britischen Votum als sicherer Hafen gesucht. Die EZB hat ihre Käufe von Unternehmensanleihen auf mehr als 500 Millionen Euro pro Tag ausgeweitet, verglichen mit 348 Millionen Euro am ersten Tag der Käufe am 8. Juni, geht aus Daten der Notenbank hervor.

Die EZB hat Papiere von Unternehmen wie dem deutschen Autohersteller Volkswagen, dem Industriekonzern Siemens und dem weltgrößten Brauereikonzern Anheuser-Busch InBev gekauft.

Negative Renditen

Die Rendite auf zehnjährige deutsche Bundesanleihen ist am Tag nach dem britischen Referendum auf ein Rekordtief von minus 0,17 Prozent gefallen, da Investoren in als sicher geltende Vermögenswerte strömten.

Niedrigere Renditen bereiten Versicherern und Pensionsfonds Kopfzerbrechen, denn sie haben ihren Kunden ein gewisses Renditeniveau garantiert, sagt David Riley, Leiter Kreditstrategie bei BlueBay Asset Management in London. Diese Investoren brauchen eine Rendite von mindestens einem Prozent, erklärte er.

„Es ist nicht das Renditeniveau, das Investoren in Unternehmensanleihen gewohnt sind, selbst mit Spreads zum fair Value", sagt Riley. „Investoren fragen sich, ob sie auf diesem Niveau Unternehmensanleiherisiken eingehen wollen. Das führt dazu, dass die Investoren nach Renditen in den USA und sogar in Schwellenländer-Märkten Ausschau halten."

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