Wolfram Erling

Wolfram Erling

Rentenpolice, Immobilie, Sparbuch: Wie die Deutschen fürs Alter vorsorgen

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Weit verbreitet ist daher die Einsicht, dass man sich mit der privaten Altersvorsorge beschäftigen muss: 69 Prozent der Befragten sehen die Notwendigkeit, für den Ruhestand zu sparen (Vorquartal: 67 Prozent), bei der Gruppe der 20- bis 29-Jährigen sind es 74 Prozent.

Intensiv mit dem Thema beschäftigt haben sich tatsächlich 66 Prozent der Befragten, was einem Rückgang von zwei Prozentpunkten gegenüber der vergangenen Umfrage entspricht. Gefragt nach der Höhe ihres monatlichen Sparbeitrags für die private Altersvorsorge geben 80 Prozent an, mehr als 100 Euro zurückzulegen.

Renten- und Lebensversicherungen sind erste Wahl

42 Prozent der Menschen nutzen dabei eine Riester-Rente, wobei die 20- bis 29-Jährigen mit 36 Prozent unter dem Durchschnitt liegen. Die übrigen 58 Prozent nutzen andere Produkte: Mit 64 Prozent stehen Lebens- oder Rentenversicherungen an erster Stelle.

„Während eine Rentenversicherung für die Altersvorsorge sicherlich sinnvoll sein kann, sieht es bei einer Lebensversicherung aufgrund der fehlenden Verrentung schon deutlich anders aus“, sagt Wolfram Erling, Leiter Zukunftsvorsorge bei Union Investment. Denn bei dieser bekomme man zu einem bestimmten Zeitpunkt, beispielsweise dem Rentenbeginn, auf einen Schlag den ganzen Sparbeitrag ausgezahlt. Man müsse das Geld dann gut anlegen und sehr diszipliniert damit umgehen, um eine möglichst lange Zusatzrente daraus zu bekommen, so Erling weiter. 

Sparbuch eignet sich nicht für die Altersvorsorge

An zweiter Stelle (63 Prozent) wurde von den Menschen die selbstgenutzte Immobilie als Altersvorsorge genannt, gefolgt vom Sparbuch mit 39 Prozent. Ein Sparbuch sollte jedoch nicht erste Wahl bei der Altersvorsorge sein, warnt Erling. Denn Spareinlagen seien dafür gedacht, kurzfristig Geld zu parken und hätten eine entsprechend niedrige Verzinsung. „Berücksichtigt man dann noch die Inflation, lässt sich so kaum ein Vermögen für den Ruhestand aufbauen“, sagt Erling. Als vierthäufigste Alternative zu einer Riester-Rente wurden von 37 Prozent Investmentfonds genannt. Danach kamen mit 36 Prozent Bausparverträge.

Hintergrund: Seit 2007 lässt Union Investment durch das Marktforschungsinstitut Forsa quartalsweise eine Erhebung zum Thema Altersvorsorge durchführen. Befragt werden 500 Finanzentscheider in privaten Haushalten im Alter von 20 bis 59 Jahren, die mindestens eine Geldanlage besitzen.

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