Der europäische Markt für aktive ETFs wächst rasant: Binnen eines Jahres stieg das verwaltete Vermögen um 50 Prozent auf fast 50 Milliarden Euro. In einem exklusiven Whitepaper haben wir in Zusammenarbeit mit Fidelity International die Treiber dieser Entwicklung analysiert und künftige Perspektiven untersucht (hier geht es zum kostenlosen Download).
Was zunächst wie ein Widerspruch klingt, entwickelt sich zu einem der dynamischsten Segmente der Investmentbranche. Aktive ETFs verbinden die Effizienz börsengehandelter Fonds mit systematischen Anlagestrategien – und stoßen damit auf wachsendes Interesse bei professionellen Investoren.
Deutschland nimmt dabei eine Vorreiterrolle ein. „Wir sehen hier ein hohes Know-how, sowohl bei professionellen als auch bei privaten Anlegern", erklärt Tim Breitbach, ETF-Vertriebsleiter bei Fidelity International für die DACH-Region.
Was treibt das Wachstum?
Drei zentrale Faktoren prägen die aktuelle Entwicklung: Regulatorische Innovationen wie die „ETF Rule“ der SEC aus dem Jahr 2019 haben den Weg für eine breitere Palette von ETF-Strategien geebnet. Neue Technologien ermöglichen es, fundamentale Analyse und systematische Portfoliokonstruktion effizient zu verbinden. Zudem schaffen steigende Volatilität und zunehmende Marktverwerfungen Chancen für aktives Management.
Anders als in den USA, wo Steuervorteile ein wichtiger Treiber für aktive ETFs sind, steht in Europa vor allem die Produktqualität im Vordergrund. Die strenge Regulierung durch die Ucits-Richtlinien sorgt für ein hohes Maß an Anlegerschutz, begrenzt aber auch die Möglichkeiten der Portfoliokonstruktion.
Research-Enhanced-ETFs als Innovation
Eine besondere Rolle spielen dabei sogenannte Research-Enhanced-ETFs. Diese verbinden systematisches Portfoliomanagement mit fundamentaler Analyse. „Der Ansatz vereint verschiedene Vorteile", erläutert Breitbach. „Die ETF-Struktur sorgt für Kostentransparenz, tägliche Handelbarkeit und potenzielle steuerliche Vorteile. Das aktive Research liefert die Expertise, um in einem komplexen Marktumfeld fundierte Anlageentscheidungen zu treffen."
Ein Beispiel ist der Fidelity Sustainable Research Enhanced US Equity ETF. Der seit Mai 2020 am Markt aktive Fonds strebt eine Überrendite von einem Prozent gegenüber dem MSCI USA Index an. Die Portfoliokonstruktion basiert auf einer indexnahen Sektor- und Länderallokation. Als Artikel 8-Produkt nach EU-Offenlegungsverordnung integriert er zudem Nachhaltigkeitskriterien.
Integration in professionelle Portfolios
Für institutionelle Investoren ergeben sich drei primäre Einsatzbereiche: Als Core-Holding eignen sich Research-Enhanced-ETFs für globale Aktienportfolios. Mit einem Tracking Error von unter einem Prozent bleiben die Risikokennzahlen des Gesamtportfolios weitgehend unverändert.
Sustainable-Research-Enhanced-ETFs bieten zudem einen Weg, bestehende Aktienallokationen auf nachhaltige Strategien umzustellen. Die quantifizierten Nachhaltigkeitsziele – wie etwa die angestrebte Halbierung des CO2-Fußabdrucks bis 2030 – ermöglichen dabei eine präzise Steuerung der ESG-Integration
Ausblick: Herausforderungen bleiben
Trotz der positiven Entwicklung gibt es auch Herausforderungen: Fehlende Track Records, höhere Kosten als passive ETFs und die Komplexität mancher Produkte werden von Investoren als potenzielle Hemmnisse genannt. Dennoch erwarten 95 Prozent der von uns befragten Investoren weiteres Wachstum, davon 46 Prozent sogar starkes Wachstum.
Langfristig werden Performance, Kosten und Transparenz die entscheidenden Kriterien sein. Mit dem vorliegenden Whitepaper möchten wir einen Beitrag dazu leisten, diese dynamische Entwicklung besser zu verstehen.

