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Volkswirt Ulrich Kater

In Deutschland dürfte die Schuldenbremse fallen

Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Dekabank.
Ulrich Kater ist Chefvolkswirt der Dekabank. Bildquelle: Dekabank
Auf die Erholung von der Corona-Krise folgt in Europa direkt eine Rezession. Die großen Volkswirtschaften auf dem Kontinent stecken mitten in der Abwärtsspirale. Deka-Chefvolkswirt Ulrich Kater geht deshalb davon aus, dass die Europäische Union ihre Fiskalziele weiter aussetzt und die deutsche Regierung im kommenden Jahr auf die Schuldenbremse verzichtet.

Selten haben sich innerhalb eines Jahresverlaufs die Erwartungen so umgedreht, wie es im Jahr 2022 bislang geschah. Aus einem kräftigen Erholungs-Wachstum nach der Corona-Phase ist für die meisten großen Volkswirtschaften eine Rezession geworden. Eine als „vorübergehend“ eingestufte Erhöhung von Inflationsraten hat sich als mächtigster Inflationsprozess seit 50 Jahren erwiesen. Und einem allenfalls moderaten Zinsanstieg ist das schärfste geldpolitische Wendemanöver der vergangenen Jahrzehnte geworden. Die Ursachen für diese Schockeffekte sind der Doppelschlag aus hausgemachter Inflation (fiskalische Überstimulierung der Volkswirtschaften während der Corona-Lockdowns) und eines Wirtschaftskriegs nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine. Die konjunkturellen Erwartungen für den Winter sind mittlerweile ausreichend negativ und damit eingepreist. Aber auch die Erholungspotenziale Richtung 2024 erscheinen nicht übermäßig groß.

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