Rezession im Kopf

Die bevorstehende Rezession scheint langsam in den Köpfen der Bundesbürger anzukommen. So beurteilen laut einer repräsentativen Umfrage nur 14 Prozent der Deutschen die aktuelle Lage des Landes als „gut“ oder „sehr gut“. Im Dezember 2007 waren es hingegen beinahe doppelt so viele (22 Prozent).

Nur 16 Prozent der Befragten sehen der Entwicklung Deutschlands im neuen Jahr mit Zuversicht entgegen. Zum Jahreswechsel 2007/2008 waren es noch 29 Prozent. Dies zeigen die aktuellen Ergebnisse der monatlich durchgeführten, repräsentativen Befragung zum Allianz Zuversichtsindex, einer Studie der Allianz Deutschland AG in Zusammenarbeit mit der Universität Hohenheim.

Die Ergebnisse zeigen einen deutlichen Unterschied zwischen der Einschätzung der Lage des Landes und der persönlichen Situation: Das Vertrauen in die eigene Zukunft ist sehr viel größer als in die Zukunft der Republik. „Gerade in unsicheren Zeiten konzentrieren sich Menschen oft stärker auf ihr persönliches Umfeld und Bereiche, die sie selbst beeinflussen können", sagt Frank Brettschneider von der Universität Hohenheim, der die Studie wissenschaftlich begleitet.

„Zudem sind für viele Menschen in Deutschland die Auswirkungen der Krise nach wie vor persönlich noch nicht direkt spürbar. Deshalb gibt es für viele auch keinen Grund, nicht optimistisch in die Zukunft zu sehen.“

Die Zuversicht in die eigene finanzielle Lage ist mit 43 Prozent genau so hoch wie zum Jahreswechsel 2007/2008. Auch die Zuversicht in die Sicherheit des eigenen Arbeitsplatzes (42 Prozent) hat gegenüber dem Vorjahr nur leicht abgenommen (minus 3 Prozentpunkte).

Beim Umwelt- und Klimaschutz (plus 6 Prozentpunkte), der gesetzlichen Pflege- und Krankenversicherung (plus 4  Prozentpunkte) und der gesetzlichen Rentenversicherung (plus 1 Prozentpunkt) sind die Zuversichtswerte etwas gestiegen oder nahezu stabil geblieben.

Das Bild ändert sich, wenn es um die Wirtschaftslage Deutschlands 2009 geht: Hier sind die Werte im Verlauf dieses Jahres kontinuierlich gesunken. Derzeit sehen nur noch 13 Prozent der Befragten die wirtschaftliche Entwicklung des Landes in den nächsten 12 Monaten positiv. So liegt die Zuversicht für die deutsche Wirtschaft 26 Prozentpunkte niedriger als noch vor einem Jahr.

Damit einher geht die sinkende Zuversicht in die Sicherheit der Arbeitsplätze: Während im Dezember 2007 für das Jahr 2008 noch 18 Prozent die Lage am Arbeitsmarkt optimistisch beurteilten, sind es für 2009 nur noch 8 Prozent.

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