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Rezessionen Fünf Indikatoren, die Anleger kennen sollten

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Indikator 4: Die Bauwirtschaft bricht ein

Der Bau macht einen Großteil des US-amerikanischen Bruttoinlandsprodukts aus und kann wichtige Hinweise auf den Zustand der Gesamtwirtschaft liefern. So kann ein stabiler Wohnungsbaumarkt die Volkswirtschaft insgesamt stärken, weil der Staat dann mehr Grundsteuern einnimmt und mehr Geld ausgeben kann. Zudem werden im Baugewerbe Stellen geschaffen und das Vermögen der Hausbesitzer steigt.

Die Baubeginne sind also ein aussagekräftiger Frühindikator, weil Bauprojekte oft viele Monate dauern und potenzielle Bauherren mit neuen Projekten zögern, wenn sie einen Konjunktureinbruch befürchten.

Den meisten Rezessionen ging ein zehnprozentiger Einbruch der Baubeginne voraus. Auch ein Einbruch um 25 Prozent ist dabei nicht ungewöhnlich. Im November 2018 war die Zahl der Baubeginne etwa so hoch wie ein Jahr zuvor. Erst in den vergangenen Monaten ging sie leicht zurück. Die höheren Hypothekenzinsen waren dabei alles andere als hilfreich. Doch das könnte sich ändern, wenn die Fed sich 2019 in zinspolitischer Geduld übt.

Indikator 5: Der Leading Economic Index beginnt zu fallen

Keinen Konjunkturindikator sollten Anleger isoliert betrachten. Viele Volkswirte stellen sich daher einen eigenen aggregierten Indikator aus ihren bevorzugten Kennzahlen zusammen, um die Wirtschaftslage abzuschätzen.

Der Leading Economic Index (LEI) des Conference Board ist ein in den USA gängiger Indikator für die Prognose der zukünftigen Wirtschaftsleistung. Der Index enthält zehn Faktoren, unter anderem Löhne, Anträge auf Arbeitslosengeld, Auftragseingänge in der Industrie, Aktienkurse, Baugenehmigungen und Verbrauchererwartungen.

Im September 2018 war der LEI 7 Prozent höher als im September 2017 – der stärkste Anstieg seit acht Jahren. Seitdem ist der Index etwas zurückgegangen. So notierte er im Dezember 2018 nur noch 4,3 Prozent über dem Vorjahreswert.

Fakt ist: Der LEI hat Rezessionen erstaunlich verlässlich prognostiziert. Allerdings ist der Vorlauf kurz, wenn er zu fallen beginnt. In den vergangenen sieben Konjunkturzyklen folgte einem Rückgang des LEI von mindestens einem Prozent gegenüber dem Vorjahr im Schnitt vier Monate später eine Rezession.

So nah ist die US-Wirtschaft der nächsten Rezession

Die genannten fünf Indikatoren sind nur Beispiele dafür, wie man den Zustand der US-Wirtschaft messen kann. Zeigen sie jedoch in Summe lange Zeit auf Rot, verdichten sich die Hinweise auf eine Rezession. Zwar können wir derzeit einige Ungleichgewichte beobachten, doch scheinen sie nicht extrem genug, um die US-Wirtschaft kurzfristig aus dem Tritt zu bringen.

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