Mehr Durchblick: Die Riester-Rente soll in Zukunft transparenter werden, fordert die Regierung. Quelle: Fotolia

Mehr Durchblick: Die Riester-Rente soll in Zukunft transparenter werden, fordert die Regierung. Quelle: Fotolia

Riester-Rente soll transparenter werden

Nur 5 Policen sind gut, so das Ergebnis einer Untersuchung der Stiftung Warentest, die 29 Angebote für eine klassische Riester-Rentenversicherung unter die Lupe nahm. Das Gros der getesteten Policen kam über ein befriedigend nicht hinaus; keine einzige Police schnitt sehr gut ab.

Die Tester verglichen Angebote für einen 37-jährigen kinderlosen Modellkunden. Er zahlt 30 Jahre lang jährlich einen Eigenbeitrag von 1 046 Euro; dazu kommt die staatliche Grundzulage von 154 Euro.

Je nach Anbieter erhält der Modellkunde eine garantierte Monatsrente zwischen 138 und 161 Euro. Der Unterschied zwischen der höchsten und niedrigsten Garantierente beträgt also 23 Euro monatlich. Das ist zwar nicht viel, summiert sich aber im Laufe der Zeit. Nach 15 Jahren beträgt der Unterschied zwischen dem besten und dem schlechtesten Angebot im Test also schon 4 140 Euro – allein bei der Garantierente.

Kunden sollen vor Vertragsabschluss ganz genau auf die Kosten schauen, empfehlen die Verbraucherschützer. Dies gestaltet sich jedoch manchmal schwer, da viele Anbieter die Kosten an unterschiedlichen Stellen im Vertrag angeben oder unterschiedliche Berechnungsgrundlagen nutzen.

Um die Angebote transparenter und somit kundenfreundlicher zu machen, will die Bundesregierung den Anbietern eine einheitliche Auflistung aller wichtigen Kennzahlen vorschreiben. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, hat die Koalition einen Gesetzentwurf verfasst, über den sie am Mittwoch kommender Woche abstimmen wird.

Der Entwurf sieht einen einheitlichen Riester-Check vor, der die wichtigsten Eckdaten des Vertrags auflistet. Dazu zählen neben den Kosten, die in Prozent ausgewiesen werden sollen, auch die Rendite-Erwartungen und das Anlage-Risiko. Zudem soll auf jedem Riester-Check eine Modellrechnung über die Höhe der garantierten Rente zu finden sein.

Die Daten auf dem Riester-Check sollen von einer unabhängigen Stelle kontrolliert – oder sogar selbst berechnet – werden.

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