Riester–Rückgang: satter Markt oder sauer Bier?

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Die Zahl der bestehenden Verträge für staatlich geförderte Altersvorsorge („Riester-Rente“) nahm im ersten Quartal 2013 erstmals seit Einführung des Programms 2001 ab. So bestanden Ende März 15,65 Millionen derartige Verträge – und damit 27.000 weniger als Ende 2012.

Das geht aus einer Statistik des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales hervor. Den Quartalsbericht zur Riester-Rente hatte das Ministerium bereits Ende Juni weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit auf seine Webseite gestellt – und dabei auf die sonst übliche Pressemitteilung verzichtet, wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet.

Die Statistik verzeichnet bei den Versicherungen einen Rückgang um etwa 31.000 Policen, die Zahl staatlich geförderter Fondssparpläne ging um 36.000 zurück. Gleichzeitig stiegen jedoch die Zahlen der abgeschlossenen Bankspar- beziehungsweise Wohn-Riester-Verträge um zusammengenommen 40.000. Unterm Strich macht das die erwähnten 27.000 Riester-Produkte weniger als im vorangegangenen Quartal.

„Es ist eine gewisse Marktsättigung eingetreten“, kommentierte ein Sprecher des Ministeriums gegenüber der Süddeutschen. Die Zeitung weist allerdings darauf hin, dass auch der Anteil ruhender Verträge weiter gestiegen ist. Laut Statistik betrug dieser zuletzt 19,5 Prozent der bestehenden Verträge. Dies spräche gegen die These der Marktsättigung und für eine andere Theorie. Denn Verbraucherschützer halten die Riester-Rente schon seit langem für intransparent und daher teurer als nötig für den Verbraucher. Zu Gunsten der Versicherungen und Vertriebspartner. Das könnten die Kunden allmählich gemerkt haben.

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