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Zuletzt gab es 2008 eine Immobilienblase in Dänemark. Damals fielen die Preise für Wohneigentum rasant (Foto: AFP/Getty Images)

Zuletzt gab es 2008 eine Immobilienblase in Dänemark. Damals fielen die Preise für Wohneigentum rasant (Foto: AFP/Getty Images)

Risiko für eine Blase

Negativzins lässt Kopenhagener Wohnungspreise 60 Prozent steigen

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Dänemarks größte Hypothekenbank sieht ein "echtes Risiko", dass der Immobilienmarkt von Kopenhagen sich auf geradem Weg in eine Blase hineinbewegt. Auch wenn ein Kollaps nicht unmittelbar bevorsteht, könnten die Wohnungspreise in der skandinavischen Großstadt relativ schnell ein Niveau erreichen, das nicht aufrechtzuerhalten ist - und zwar für den Fall, dass das aktuelle Tempo beim Preiszuwachs so weitergeht. Das meint Joachim Borg Kristensen, ein Immobilien-Volkswirt bei Nykredit. Die Immobilienpreise in Kopenhagen sind seit Mitte 2012 um 40 Prozent bis 60 Prozent nach oben geschossen. Damals hatte die Zentralbank des Landes erstmals zu negativen Zinsen gegriffen, um die Anbindung der Krone an den Euro zu verteidigen. Seit Februar liegt der Benchmark-Einlagensatz bei minus 0,75 Prozent, während sich Dänemarks Währungskrieg beschleunigt. Die meisten von Bloomberg befragten Analysten glauben, dass die negativen Zinsen bis 2017 hinein aufrechterhalten werden. Kreditnehmer in Dänemark können Hypotheken mit einer Laufzeit von bis zu 30 Jahren und einem Zins von rund 3 Prozent erhalten. Bei Geldausleihungen mit einer kürzeren Laufzeit liegt der Zins nahe der Nullmarke. Letzte Immobilienblase platze 2008 Die letzte dänische Immobilienblase war im Jahr 2008 geplatzt. In der Folgezeit fielen die Preise ähnlich stark wie zu Zeiten der amerikanischen Subprime-Krise. Angesichts großzügiger Sozialleistungen gab es unter dänischen Haushalten nur wenige Zwangsversteigerungen - verglichen mit dem, was die Menschen in den USA seinerzeit erlebten. Angesichts rekordniedriger Zinsen überall in Skandinavien steht die gesamte Region unter stärkerer Beobachtung. Erst in diesem Monat warnte die dänische Aufsicht die Danske Bank, eine Wachstumsstrategie in Schweden zu verfolgen, weil der Wohnungsmarkt dort Anzeichen für Ungleichgewichte aufweist. Die Preisentwicklungen sind inzwischen "hochgradig besorgniserregend", sagt Klas Danielsson, Chef der staatlichen schwedischen Hypothekenbank SBAB. In der ersten Hälfte des laufenden Jahres sind die Preise für Wohnungen in Kopenhagen um bis zu 11 Prozent gestiegen. Seitdem haben die Preisanstiege etwas nachgelassen - dennoch steuern die Preise im Jahresdurchschnitt auf ein Plus von rund 12 Prozent zu, belegen Schätzungen von Nykredit. Pensionsfonds will Milliarden in den Immobilienmarkt investieren PFA, Dänemarks größter gewerblicher Pensionsfonds, hatte am Donnerstag bekanntgegeben, dass er bis zu 4 Milliarden Kronen (umgerechnet etwa 540 Millionen Euro) in den Immobilienmarkt des Landes investieren will. Einer Notiz zufolge plant er, das Investment wie sein Anleihe-Portfolio zu behandeln. PFA kehrt damit an den Markt zurück, nachdem er 2006 den Großteil seiner Immobilien-Anlagen verkauft hatte. "Die heftigen Wachstumsraten sowohl bei den Preisen als auch beim Verkauf von Immobilienprojekten bereiten Sorgen, weil sie von der Erwartung weiter anhaltender Preisanstiege getrieben sein könnten", sagt Kristensen. "Die Frage ist, ob potenzielle Wohnungskäufer übertriebene Erwartungen haben, wenn es um die künftige Entwicklung der Preise geht." Auch wenn Überangebote ein Faktor im Rest des Landes bleiben, so ist das mit Blick auf Kopenhagen wohl noch nicht so. Hier liegt der Anteil der von Besitzern bewohnten Wohnungen, die zum Verkauf gestellt wurden, deutlich unter dem Wert, der vor dem Platzen der letzten Immobilienblase zu beobachten war, erklärt Kristensen.

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