Risikolebensversicherung Was Verbraucher bei der Absicherung regelmäßig vergessen

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Das hat eine aktuelle Umfrage der Dela Lebensversicherungen ergeben. Danach empfinden nur 17,5 Prozent der Befragten ihr eigenes vorzeitiges Ableben als Risiko und nur 15,0 Prozent den vorzeitigen Tod des Ehepartners oder Lebensgefährten. In der Folge haben 79,3 Prozent der Deutschen im Alter zwischen 30 und 69 Jahren keine Risikolebensversicherung abgeschlossen – und 22,9 Prozent haben darüber noch nicht einmal nachgedacht. Dafür haben aber etwa 64 Prozent der Bundesbürger eine Hausratversicherung vorzuweisen: Das Hab und Gut ist also oft besser versichert als das eigene Leben. Eine Logik-Lücke, die teuer enden kann.

Das sieht auch Walter Capellmann so, Hauptbevollmächtigter der Dela Deutschland: „Die finanziellen Folgen des eigenen Ablebens für die Hinterbliebenen können erheblich sein. Makler und Vermittler sind daher geradezu aufgefordert, ihre Kunden für dieses Thema zu sensibilisieren und diese offensichtliche Vorsorgelücke zu schließen.“

Richtig teuer sind Risikolebensversicherungen dabei eher nicht – zumindest, wenn man sie recht jung abschließt und nicht raucht. Denn die Prämie hängt unter anderem von Faktoren ab wie Alter, Gesundheitszustand, ob man Übergewicht hat, Motorrad fährt, raucht und welchen Verlauf die Versicherungssumme hat. Das Vergleichsportal Check24 weist in einem Berechnungsbeispiel für einen 35-jährigen Industriemechaniker, der 200.000 Euro über 20 Jahre versichern möchte, einen monatlichen Beitrag in Höhe von knapp 11 Euro beim günstigsten und 26 Euro beim teuersten Anbieter aus. Raucht unser Industriemechaniker, sind es allerdings schon 28 Euro monatlich in der günstigsten Variante und 66 Euro in der teuersten.

Wichtig ist beim Abschluss eines Vertrags vor allem, die Versicherungssumme nicht zu niedrig anzusetzen. Sie sollte laut gängiger Faustformel bei dem Drei- bis Fünffachen des Jahresbruttoeinkommens des Versicherten liegen. Die Absicherungshöhe ist aber oft zu gering, so ein weiteres Ergebnis der Dela-Studie. Während die Befragten ohne Risikolebensversicherung den Bedarf im Schnitt auf rund 125.000 Euro bezifferten, schätzten Versicherte ihren Bedarf mit durchschnittlich 175.000 Euro zwar deutlich höher ein. Tatsächlich abgeschlossen haben die Versicherten aber nur 150.000 Euro.

Auf Nachversicherungsgarantie achten

„Im Ergebnis bedeutet das, dass die Mehrheit der Befragten ihren Bedarf zu gering einschätzt oder gar keine genauen Vorstellungen über ihren Vorsorgebedarf im Bereich Risikoleben hat“, erklärt Capellmann. „Insofern ist es für die Beratung zur Risikolebensversicherung besonders wichtig, dass Makler und Vermittler gemeinsam mit ihren Kunden den individuellen Bedarf ermitteln.“

Ein unverzichtbares Produktmerkmal in diesem Zusammenhang ist die Nachversicherungsgarantie. Dadurch können Versicherte die Leistung ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöhen, wenn bestimmte Ereignisse eingetreten sind. Hierzu zählen etwa Heirat, Geburt eines Kindes oder der Kauf einer Immobilie.

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