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Risikomanager verrät Mit diesem Modell werden Schwarze Schwäne zum kalkulierbaren Risiko

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Verfahren der Extremwerttheorie auf die Marktrisikomessung übertragen

Der sich aufdrängende, logische Schritt besteht also darin, die Verfahren der Extremwerttheorie auf den Prozess der Marktrisikomessung zu übertragen. Dies wurde in den letzten Jahren durch Dr. Frank Schmielewski (RC Banken Gruppe) in Form des Extreme Value-at-Risk (eVaR) intensiv vorangetrieben. Gemeinsam mit Professor Stoyan Stoyanov von der Stony Brook University New York wurde nachgewiesen, dass ein naives Portfolio aus Wertpapieren mit geringen Extremrisiken bereits zu einer signifikanten Verbesserung von Rendite und Risiko im Vergleich zu volatilitäts-minimierenden Ansätzen führt. Gleichzeitig belegt Professor Didier Sornette (ETH Zürich) eindrucksvoll, dass großen Strukturbrüchen und Marktkrisen extreme Ereignisse als messbare Vorbeben vorangehen.  

Fazit: Es lohnt sich, den Blick auf die Extrema zu richten, um nicht nur ein realistisches Bild der historischen Wertpapier- und Portfoliorisiken zu erhalten. Sondern auch, um sich aufbauende Extremrisiken frühzeitig zu erkennen und das Portfolio sturmfest zu machen, bevor die Deiche brechen. 

Über den Autor: Paul Skiba studierte Volkswirtschaftslehre an der Universität Mannheim und am University College Dublin sowie Finanzmathematik an der Cass Business School in London. Neben seiner Tätigkeit im Risikomanagement des Vermögensverwalters BPM – Berlin Portfolio Management (Fonds Advisor des Hansainvest Rücklagenfonds) veröffentlicht er regelmäßig Fachartikel zur Risikomessung für Wertpapierportfolien und entwickelte gemeinsam mit Dr. Frank Schmielewski (RC Banken Gruppe) eine UCITS-fähige Multi-Asset Investmentlösung auf Grundlage der Extremwerttheorie (Tempera eVaR Fund).

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