Pascale-Céline Cadix, Vertriebsdirektorin bei Aquila Capital

Pascale-Céline Cadix, Vertriebsdirektorin bei Aquila Capital

Risk-Parity-Fonds

Wenn das Portfolio vom Risiko abhängt

Im Jahr 2013 waren die Aktienmärkte die Gewinner. Selten haben Anleger in einem Jahr mit Aktien so viel verdienen können. Der kluge Investor weiß aber, dass gerade die Aktienmärkte in den vergangenen 15 Jahren auch für heftige Verluste in den Depots verantwortlich waren.

Also sollten Anleger die Diversifikation, die breite Streuung des Portfolios über verschiedene Anlageklassen, im aktuellen Kapitalmarktumfeld fest im Blick haben.

Wie es an den Märkten weitergehen wird, weiß letztendlich niemand. Anleger sollten sich deshalb nicht von möglicherweise schnellen Gewinnen in einzelnen Märkten leiten lassen, sondern die Erzielung langfristiger, risiko-adjustierter Renditen im Fokus haben.

Ein wichtiger Ansatzpunkt ist die Streuung des Vermögens über weitgehend miteinander unkorrelierte Anlageklassen. Es ist unmittelbar einleuchtend, dass das langfristige Übergewicht einer risikoreichen Anlageklasse wie Aktien in einem Portfolio nicht zu optimalen Ergebnissen führt. Weitaus sinnvoller erscheinen eine Streuung über zusätzliche Anlageklassen sowie eine Aufteilung der Investitionssumme nach Risiko- anstatt nach Geldeinheiten.

Mit anderen Worten: Erst wenn das Risiko effizient verteilt wird, kann die Investmentstrategie langfristig erfolgreich sein. Die einfache Streuung von Kapital ist eben nicht dasselbe wie die Streuung von Risiko.
Wenn Aktien ein erheblich höheres Risiko tragen als andere Anlageklassen wie Anleihen, muss der Anteil an Aktien im Depot – in Geldeinheiten – so verringert werden, dass der Risikoanteil, den sie tragen, mit dem Risikoanteil anderer Asset-Klassen wie eben Anleihen, vergleichbar ist.

Risikoparität im Portfolio

Wie der Name Risikoparität schon andeutet, liefern hier alle ausgewählten Anlageklassen den jeweils gleichen Risikobeitrag. Somit fließt mehr Geld in die Anlageklassen mit weniger Risiko und weniger Geld in Anlageklassen mit hohen Schwankungen, also hohem Risiko.

Damit wird aus Risikogesichtspunkten eine Gleichgewichtung der unterschiedlich schwankenden Anlageklassen erreicht und ein optimaler Streuungseffekt erzielt.
Durch die Gleichgewichtung der Risiken wird eine weitgehende Abkopplung von den Bewegungen einzelner Märkte erzielt. Dies lässt sich in Risk-Parity-Fonds sehr gut umsetzen.

Anders als klassische Mischfonds wird dann das Fondsvermögen nicht einfach auf die verschiedenen Anlageklassen wie Aktien, Anleihen, kurzfristige Zinsen und Rohstoffe verteilt, sondern deren Risiken gleichgewichtet.

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