Robeco Marktkommentar 5 Gründe, trotz Volatilität optimistisch zu sein

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‚Business as usual’: Fünf Gründe, optimistisch zu sein

Wir stehen auf dem Standpunkt: Es ist ‚business as usual’. Es gibt fünf grundlegende Argumente für Phasen mit höherer Volatilität – keines davon ist struktureller Art:

1. Mehr Unsicherheit in den makroökonomischen Daten: Tatsächlich waren die Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt der letzten vier Quartale nachweislich deutlich weniger volatil als in der Vergangenheit. Im Citi Surprise-Index, der die Differenz zwischen den veröffentlichten Daten und den Konsenserwartungen misst, hat es keine großen Schwankungen gegeben.

2. Niedrige Zinssätze: In der Theorie geschehen seltsame Dinge, wenn die Zinssätze auf null oder gar in den negativen Bereich fallen. Die Daten zeigen aber keine Korrelation zwischen niedrigen Zinssätzen und geringeren oder stärker schwankenden Renditen an den Aktienmärkten. Und wenn man die Aussichten für die Unternehmensgewinne berücksichtigt, sind die Auswirkungen der Zinssätze schwer nachzuweisen.

3. Schwindende Macht der Notenbanken: Wenn die Märkte anfangen, die Wirksamkeit der Geldpolitik in Frage zu stellen, ist die Annahme berechtigt, dass dies zu strukturell höherer Volatilität führen wird. Dass die aktuell verfolgte Geldpolitik an Wirksamkeit verliert, sollte jedoch nicht als Signal für das Ende der großen Macht missverstanden werden, welche die Notenbanken immer noch ausüben können.

4. Riskantere Handelsstrategien: Die wachsende Verbreitung von Strategien wie Value-at-Risk- oder Momentum-Handel kann tatsächlich zu einer Erhöhung der am Markt bereits bestehenden Risiken führen. Dieses Phänomen ist aber eher bei Staatsanleihen als bei den von Haus aus volatileren Aktien zu beobachten. Zudem machen diese Strategien weniger als ein Prozent des Kapitalanlagemarkts aus.

5. Zunehmend „risikoaverse” Regulierung: Fallende Aktienmärkte können Pensionskassen veranlassen, zur Erfüllung von Regulierungsanforderungen ihre Risiken zurückzufahren, indem sie beispielsweise in einem ohnehin schon unter Druck stehenden Markt Aktien verkaufen. Auch wenn dies auf längere Sicht eine Rolle spielen mag, ist es nicht sonderlich wahrscheinlich, dass dadurch die in den ersten vier Monaten dieses Jahres beobachteten Schwankungen verursacht wurden.

Erst gedrosselte Ölfördermengen verbesserten die Stimmung

Es ist zwar unmöglich, die oft irrationale Stimmung aus dem Markt zu nehmen. Die alte Börsenweisheit „Sell in May and go away” gilt in diesem Monat jedoch nicht in stärkerem Ausmaß, als dies vielleicht im Januar der Fall war.

Als die weltweiten Aktienmärkte nach der ersten Woche dieses Jahres mit Verlusten von über sechs Prozent schlossen, wurden rasch Kommentare laut, 2016 werde ein verlorenes Jahr. Die zentrale Botschaft war „alles verkaufen”. Erst als Gerüchte über eine Reduzierung der Fördermengen durch die OPEC es schließlich schafften, die sich abwärts drehende Ölpreisspirale anzuhalten, verbesserte sich die Stimmung. Ab diesem Zeitpunkt hieß die Devise „alles kaufen“. Und bereits in den folgenden Wochen wurden die vorherigen Verluste größtenteils – wenn nicht gar vollständig – wieder ausgeglichen.

Wer die ersten vier Monate verpasst hat, könnte sogar zu dem Schluss gelangen, dass 2016 bisher ein recht ereignisarmes Jahr war.

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