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Jeroen Blokland, Senior-Portfoliomanager bei Robeco Investment Solutions, erwartet einen aufsteigenden Trend bei Schwellenländer-Aktien | © Robeco

Robeco Schwellenländer-Aktien werden 2019 ein Comeback feiern

Die Zinspolitik der USA und der größer werdende Wachstumsabstand unterstützen Schwellenländer-Aktien. Das niedrige Bewertungsniveau nach der Verkaufswelle in 2018 könnte als Sprungbrett dienen. Zu den Risiken gehören eine drohende Rezession in den USA oder ein Konjunkturabschwung in China.

Eine Pause bei der Verschärfung der US-Geldpolitik, ein größer werdender Abstand zwischen den BIP-Wachstumsraten der Schwellenländer und denen der Industrieländer sowie das niedrige Bewertungsniveau von Schwellenländer-Aktien könnten für diese viel geschmähte Anlageklasse allesamt positiv sein. Ein drohender Wachstumsrückgang in den USA oder gar eine längst überfällige Rezession oder Risiken für Chinas Wirtschaftswachstum infolge des anhaltenden Handelskriegs mit den USA stellen nach wie vor eine Bedrohung für eine Erholung der Aktienmärkte der Schwellenländer dar.

2018 war kein gutes Jahr für die Aktienmärkte im Allgemeinen und für die der Schwellenländer im Besonderen. Bei Betrachtung in Euro verloren globale Aktien 4,1 Prozent ihres Wertes, und Schwellenländer-Aktien verbuchten eine negative Rendite von über 10 Prozent. Angesichts der jüngsten Entwicklung an den Märkten stehen die Chancen für eine zukünftig solide Performance der Aktienmärkte der Schwellenländer jedoch recht gut. Langsam zeichnet sich ein klares Bild ab.

                                                     Schwellenländer-Aktien verloren letztes Jahr an Wert. Quelle: Bloomberg.

Die Fed steht an vorderster Front

Der erste positive Einflussfaktor für Schwellenländer-Aktien ist der Verlauf der Geldpolitik in den USA. Im Gegensatz zu den noch vor wenigen Monaten gemachten Äußerungen steht jetzt ein Ende der Verschärfung der US-Geldpolitik oder zumindest eine Pause zur Diskussion. Nach drei Jahren, in denen die Fed ihre Leitzinsen neun Mal erhöht hat, hat Fed-Chef Jerome Powell in seinen zuletzt gehaltenen Reden einen Wechsel zu einer eher neutralen Geldpolitik angedeutet.

Angesichts der aktuell nicht besonders günstigen Marktbedingungen ist es wahrscheinlich, dass die Fed von weiteren Zinserhöhungen erst einmal Abstand nehmen wird. Das heißt, der Zinsabstand zwischen den USA und bspw. der Eurozone wird sich nicht weiter vergrößern. Und das wiederum bedeutet, dass der bereits überbewertete US-Dollar nicht unbedingt weiter aufwerten wird. Denn die Attraktivität einer Währung hängt weitgehend von den Zinsabständen zu anderen Ländern ab. Das ist eine wichtige Entwicklung für die Aktienmärkte der Schwellenländer, da ein stärkerer US-Dollar oft mit einer eher schwachen Performance dieser Märkte einhergeht.

Der BIP-Wachstumsabstand spielt ebenfalls eine Rolle

Und dann ist da noch der Abstand zwischen dem BIP-Wachstum in den Schwellenländern und dem in den Industrieländern, der in diesem Jahr zum ersten Mal seit 2016 wieder zunehmen dürfte. In der Vergangenheit war der Abstand zwischen den Wachstumsraten der Schwellen- und Industrieländer einer der stärksten Antriebsfaktoren der Performance von Schwellenländer-Aktien im Vergleich zu Aktien aus Industrieländern.

Den neuesten Wachstumsprognosen des IWF zufolge (siehe Grafik) wird sich das Wachstum in den Schwellenländern in den nächsten Jahren etwas beschleunigen, in den Industrieländern dagegen leicht verlangsamen. Der Wachstumsabstand wird zwar zunächst nur langsam größer werden, dürfte 2020 aber auf über 3 Prozent steigen und damit den höchsten Wert seit 2013 erreichen.

                       Divergierende Wachstumsraten: Je größer der Abstand, desto besser für Schwellenländer-Aktien! Quelle: Bloomberg, IWF.

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