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Robeco Schwellenländer-Aktien werden 2019 ein Comeback feiern

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Handelskonflikte

Wie aber wird sich der andauernde Handelskrieg zwischen China und den USA auswirken? Die Schwellenländer sind besonders anfällig für eine Verlangsamung des Welthandels. Das ist vermutlich auch der Grund, warum sich Schwellenländer-Aktien seit Juni im Zuge der Verschärfung des Handelskonflikts allmählich von der Entwicklung der globalen Aktien abgekoppelt haben. Allerdings sollte man nicht ausschließen, dass auch die Währungskrisen in Argentinien und der Türkei eine Rolle gespielt haben.

In den letzten Monaten haben sich die USA und China anscheinend wieder mehr um eine Deeskalation bemüht. Beide Länder haben einen vorübergehenden „Waffenstillstand“ erklärt: China hat seine Zölle auf bestimmte US-Importe gesenkt, und Präsident Trump hat eine gewisse Bereitschaft gezeigt, mit China zu einer Einigung zu kommen. Das heißt zwar nicht unbedingt, dass der Konflikt beigelegt ist, wohl aber, dass die Auswirkungen auf den Handel und das BIP-Wachstum abnehmen werden. Wenn dies eintritt, werden Schwellenländer-Aktien nach unserer Erwartung zu den Hauptnutznießern gehören.

Bewertungsniveau als Katalysator

Und schließlich könnte auch das Bewertungsniveau wie ein Katalysator wirken. Das durchschnittliche Kurs-Gewinn-Verhältnis von Schwellenländer-Aktien ist durch die Verkaufswelle im letzten Jahr um 30 Prozent gefallen. Infolgedessen liegt ihr Bewertungsniveau inzwischen deutlich unter dem langfristigen Durchschnitt.

Und obwohl das Muster bei der Bewertung von Aktien aus Industrieländern vor allem außerhalb der USA dem von Schwellenländer-Aktien gleicht, sind Letztere auch relativ betrachtet nach wie vor günstig zu haben. Auch wenn das Bewertungsniveau selten der Auslöser für eine Trendumkehr am Markt ist, kann das aktuelle Bewertungsniveau zu einem wichtigen positiven Faktor werden, wenn sich die Situation zum Besseren wendet.

Rezessionsrisiken bestehen fort

Welche Risiken gibt es denn? Wenn es in diesem Jahr tatsächlich zu einer Rezession in den USA kommt, wovon wir zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht ausgehen, dürften die Kurse von Schwellenländer-Aktien weiter fallen, bevor sie die Talsohle erreichen. In diesem Fall werden die Gewinne wahrscheinlich zurückgehen und damit auch das Bewertungsniveau als potenziellen Katalysator ausschalten. Dasselbe Szenario würde sich ergeben, wenn sich Chinas derzeitige Konjunkturfördermaßnahmen als unzureichend erweisen und das BIP-Wachstum des Landes weiter abnimmt. Für viele Schwellenländer – und zwar nicht nur in Asien – ist der Handel mit China weitaus wichtiger als der mit den USA.

Auch von der Fed gehen Risiken aus, wenn diese durch den Arbeitsmarkt und das Lohn- und Gehaltswachstum in den USA zu weiteren Zinserhöhungen gezwungen wird, was den US-Dollar erneut unter Aufwärtsdruck setzen würde. Dennoch glauben wir angesichts der aktuellen Entwicklung, dass die Eintrittswahrscheinlichkeit dieser Risiken in letzter Zeit ab- und nicht zugenommen hat. Eine Pause im Zinserhöhungszyklus der Fed und/oder Fortschritte im Handelsstreit zwischen China und den USA würden diese Einschätzung untermauern und den Weg für ordentliche Renditen auf Schwellenländer-Aktien in der Zukunft frei machen.

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