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Robert Halver „Aktienmarkt bleibt bombensicher“

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Zumindest hätte man einen an den Luftschlägen beteiligten britischen oder französischen Kampfflieger vom Himmel holen können. All das ist jedoch nicht passiert. Die eine oder andere Postille verspritzt zwar theatralisch Blut, um an Leserschaft zu gewinnen. Aber für einen ausgewachsenen Militärkonflikt als Crash-Argument für die Finanzmärkte sind die Kriegsfalken zu müde.

Zollangst – Mehr als Schaumschlägerei?

Ein eskalierender Handelskonflikt zwischen den USA und China ist der Stoff aus dem öffentlichkeitswirksam der ach so verheerende Paternoster-Effekt einer absteigenden deutschen Exportwirtschaft geformt wird. Bei näherer Betrachtung ist die Substanz dafür allerdings so dünn wie eine Tasse Bodenseh-Kaffee. Peking hat bereits durch Einräumung gesenkter Importzölle und Investitionshürden eingelenkt, um den handelspolitischen Krawallschläger Trump zu besänftigen. China – weise wie es ist bzw. sein muss – will beim nicht reibungsfreien Aufbau seiner Binnenkonjunktur ohne Not keine unnötigen exportseitigen Reibungsverluste riskieren. Und siehe da, selbst Amerika ist bereit, mit China über Zölle zu verhandeln.

Grundsätzlich zeigt sich auch Europa von den Trumpschen Handels-Tiefschlägen beeindruckt wie ein taumelnder Preisboxer. Niemand in der EU will die heiligen Export-Kühe schlachten. Keiner gewinnt bei einem Handelskrieg, doch Deutschland würde ein Waterloo erleben.

Ich vermute, dass Frau Merkel bei ihrem zweiten Besuch im Weißen Haus ein nettes, stimmungsaufhellendes Gastgeschenk dabeihaben wird. Sie wird dem Deal Maker Trump ein Angebot machen, das ihn freundlich stimmt. Im Namen auch der EU wird Frau Bundeskanzlerin gesenkte Importzölle für US-Produkte in Aussicht stellen. Vielleicht hat ihr Gastgeschenk noch eine ölfarbene Schleife.

Sie könnte Trump Honig um den Mund schmieren und anbieten, zukünftig weniger Opec-, dafür aber verstärkt amerikanisches Fracking-Öl zu kaufen. Mit dieser Geste des guten Willens leistete Frau Merkel sogar wirtschaftliche Aufbauhilfe in amerikanischen Fracking-Regionen. Und das ist dann deutsche Hilfe für Trumps Kongresswahlkampf. Wenn einem von Mutti so viel Entgegenkommen wird beschert, das ist schon eine Handelsdeeskalation von Vati wert.

Warum sollte Trump – abseits seiner nicht zu verhindernden Tweets – schließlich noch einen weiteren heißen Handelskrieg führen? Denn dieser würde über die Zertrümmerung hoch effizienter Lieferketten dann auch Kollateralschäden in der amerikanischen Industrieproduktion, am US-Arbeitsmarkt und schließlich am für die amerikanische Volksseele auch bedeutsamen Aktienmarkt auslösen.

Sicherlich, die volkswirtschaftlichen Frühindikatoren lassen mit Blick auf die freihandelsfeindliche Rhetorik durchaus Molltöne erklingen. Eine gewisse Schleifung der weltwirtschaftlichen Wachstumsspitzen ist zu erwarten. Hierbei sollte man sich von den starken chinesischen Wirtschaftswachstumsraten nicht fehlleiten lassen. Mit zuletzt 6,8 Prozent sind diese vom statistischen Märchenamt in Peking übertrieben geschönt. Allerdings werden sich die apokalyptischen Reiter, die dem Zusammenbruch der Weltwirtschaft entgegen reiten, auch nicht im Sattel halten können.

Zinsangst – Mehr als ein Phantomschmerz?

Zu Beginn des Jahres waren die sehr optimistischen Weltwirtschaftsvisionen die Treiber für massive Zinserhöhungs- und damit Aktienängste. Aber müssten - wenn man dieser Logik folgt - die jetzt etwas weniger üppigen Konjunkturambitionen umgekehrt nicht auch ein wirksames Mittel gegen zinsangstbedingte Aktiendepressionen sein?

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