Damit haben japanische Aktien keine natürlichen Feinde im Sinne einer akzeptablen Renditekonkurrenz von Anleihen.

Frei nach Rock-Band „Kiss“: I (Bank of Japan) was made for lovin‘ you Nikkei

Selbst japanische Aktien sind vor Käufen der Notenbank nicht mehr „sicher“. Da es zunehmend schwieriger wird, genügend aufkaufbare Anleihen zu finden, kommt die Bank of Japan zur Sicherstellung ihrer Liquiditätsausstattung an Aktien nicht mehr vorbei.

Über börsengehandelte Indexfonds ist sie mit umgerechnet geschätzt knapp 150 Milliarden Euro nach dem staatlichen Pensionsfonds und der Investmentgesellschaft Blackrock der drittgrößte Aktienanleger des Landes. Bei den börsengehandelten 3.675 Unternehmen gehört die Notenbank bei gut 800 zu den zehn größten Aktionären und bei 14 Unternehmen hält sie sogar mehr als 10 Prozent des Eigenkapitals.

Schon aufgrund dieser Aktivitäten der Geldpolitik sind japanische Aktien abgesichert. Um keine Aktienkrise mit realwirtschaftlichen Kollateralschäden zu riskieren, kann sie diese nicht wieder einfach verkaufen. Wer reingeht, kann schon aus psychologischen Gründen nicht mehr raus.

Sind japanische Aktien also reif für eine wirklich nachhaltige Hausse? Bieten sie sogar eine einmalige Chance? Immerhin läuft der Nikkei zurzeit im Trend besser als Amerikas und Europas Leitindices. Und mit dem aktuell neuen Zwischenhoch von knapp 22.000 Punkten und damit dem höchsten Stand in diesem Jahrtausend scheint der Durchbruch nach oben frei zu sein.

Die Liquiditätshausse ist in jedem Fall intakt. Die Bank of Japan ist die Mutter aller Schlachten pro Aktien. Zumindest als Depotbeimischung sind japanische (Industrie- und Export-)Aktien gut geeignet. Einen Wermutstropfen gibt es jedoch: Die Yen-Abwertung gegenüber Euro knappst Euro-Anlegern Performance ab. Doch selbst damit geht für Europäer die Aktien-Sonne in Japan wieder auf.

Autor Robert Halver ist Leiter der Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank in Frankfurt.