Container-Domino im Hafen von Brisbane in Großbritannien: China will seine wirtschaftliche Macht ausbauen | © imago images / AAP Foto: imago images / AAP

Robert Halver über Krisenreaktionen

Der Westen schaut China nur zu

„Die großen Schritte in der Geschichte wurden alle nach großen Katastrophen gemacht.“ Dieses Zitat des chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping macht deutlich, dass China sich offensichtlich ein Beispiel an Amerika nehmen will. Nach dem II. Weltkrieg wurden die USA zur global einflussreichsten Supermacht.

Unter dem Strich betrachtet, konnte Europa mit der amerikanischen Führungsrolle gut leben. Es genoss militärischen Schutz. Vor allem Deutschland als direkter Frontstaat zum Warschauer Pakt durfte als amerikanisches Hätschelkind hemmungslos über den großen Teich exportieren und wenn es auf dem alten Kontinent Streit gab, zum Beispiel  wegen der deutschen Einheit, sorgte der große Bruder in Washington für Ruhe im europäischen Karton.

Im Vergleich dazu zeigt China unverhohlene Sympathie für „herzhaftere“ Einflussnahme. Die KP bevorzugt Abhängigkeitsverhältnisse und wirtschaftlichen Sanktionsdruck.

Donald allein zu Haus

Unlautere chinesische Handelspraktiken, den Klau geistigen Eigentums und Auslandsinvestitionen, die von der chinesischen Mauer sprichwörtlich verhindert werden, muss sich der Westen ja nicht gefallen lassen. Doch macht er es den Chinesen verdammt leicht. Die Gegenmaßnahmen des US-Präsidenten fallen oft genug diffus aus. Bei seinen Drohungen Richtung Peking schießt er unkontrolliert aus der Hüfte, ist aber nicht wirklich konsequent, sondern dreht sich gerne auch wieder um 180 Grad.

Mit dieser Politik ohne klare Linie, garniert mit so mancher Verbalentgleisung, verwässert er die berechtigte Kritik an China dramatisch. Und während Trump die gesamte negative Aufmerksamkeit anzieht wie Licht die Motten, kann China seine Expansionsstrategien in aller Ruhe verfolgen.  

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